Und wieder über die Anden!
7.2.2018
Holla! Hier ist wieder euer aktuelles Camper Studio, schon wieder aus Argentinien, mit einem Bericht aus Chile!
Wir sind also über Pichilemu und die Pan Americana mit mehreren Übernachtungen nach Temuco, der Hauptstadt der Region Araucanien gefahren. Neben der Pan Am habe ich in einem Bach Badend beinahe, durch meinen reizenden Buddy, Unfälle verursacht. Aber nur beinahe :-)))!
In Temuco waren wir neben der Stadtbesichtigung in dem Museum für die Mapuche Indianer. Eben denen, die die Spanier verjagt hatten. Auch wollten wir den berühmten Markt besuchen. Aber der ist leider abgebrannt. In der gesamten Region gibt es sehr viele Deutsche. Mit Sportanlagen und Krankenhäusern und Geschäften, eben fast allem, mit Namen Aleman. Bier können die. Aber sonst…wissen die, wie überall in S-America, nicht wie was Schmeken muss. Z.B. sind Wiener und Senf nicht nach unserem Geschmack. Kaffee und selber drehe Rauchzeug oder Pfeifen Tabak sind auch schwer zu bekommen. Saure- Gurken eigentlich gar nicht. Eigentlich. Ich habe einen Specht Gurkentopf gefunden und gekauft. Den habe ich aber zu gelassen bis hier nach Argentinien, damit der Zoll Hund nichts riecht. Bei Temuco hatten wir einen ganz guten Stellplatz in der Nähe eines alten Fußballplatzes. Dort haben wir uns mit einem ganz netten Hund, der ein Halsband hatte, angefreundet. Aber der hatte am nächsten Tag noch einen anderen Hund im Schlepptau, der echt räudig war. Die Haut hat sich bei dem schon angefangen ab zu lösen. Dann haben wir (schwache Gemüter bitte diesen Satz überspringen), den räudigen erwischt wie er unsere Fäkalien vernascht hat. Es war einfach zu ekelig. Dann haben wir gesehen wie der schöne Hund sich andauernd gekratzt hat. Wir haben uns gründlich gewaschen und sind abgehauen. Einfach wirklich zu ekelig!!!
Dann eine Nacht an der Brücke des Abflusses vom See Villarica in der Stadt Villarica und weiter ging es nach Pucon. Diese beiden Kleinstädte haben wir geflohen. Die sind so extrem touristisch vermarktet, dass es schier unerträglich ist. Ein Wahnsinns, absolut regelloser, Verkehr ohne einen freien Parkplatz. Überall Touristen bespassungs- Unternehmen. Vom Circus über Rafting bis Vulcan Anbieter, alles da. Und Teuer…Auf dem See Jet Ski und Banana- Riding. Die Strände schwarzer Vulcan Sand und Tausende von Leuten. Wenn man vorher in Wüsten war, ist das echt schwer zu ertragen. Allerdings wollte ich unbedingt Landkarten haben, um in der Umgebung handlungsfähig zu sein. Wir haben also das Auto einfach an einer Straßenecke auf dem Grünstreifen fallen gelassen, und ich bin in eine Buchhandlung rein. Das war der Hammer. Ich habe zwei Karten gekauft. Eine von hier und eine vom NP Torre del Paine. Für 6500 Peso das Stück. (1-720). Fast billig. Und nun haltet euch fest. Ratet mal von wo diese Wanderkarten sind. Da kommt ihr nie drauf! Vom Manni (Prof. Dr. Manfred Buchreutner, Leiter der Geodätischen Fakultät der TU Dresden)! (Ich hoffe das ist so Korrekt.) Wir kennen uns vom Bergfilmabend, und er hat der Lissy die Prüfungen damals abgenommen. Er ist Bergsteiger, aus Österreich, und lebt in Dresden. Die Feldarbeit haben freilich andere gemacht, die ich leider nicht kenne. Jedenfalls war das der absolute Hammer, hier im Buchladen eine Dresdener Karte zu finden. Aus der Karte hatten wir dann prompt die Anregung einer herrlichen kleinen Wanderung durch exotischen Wald mit Bambus und Fuchsien zu kleinen neben Kratern, wo Lava Blasen explodiert sind. Am Wege zahlreiche Eidechsen. (Mirador los Crateras).
Der Villarica

Wald mit Bambus

Tausende von Südamericanischen Superbundschillernd Eidechsen mitten auf dem Weg

und Fuchsien

Geplatzte Gasblasen in Lava


Lavaschichten

Dann gab es ein negativ Erlebnis mit Chilenischen N.P.. Wir wollten Eingehtouren im N.P. Huay dings bums machen. Fahren viele Km Gravel Road, bis die Schränke wieder mal ausgeräumt sind, und dann ein Gate mit N.P. Rangern. Pro Person Eintritt plus Auto und Übernachtung im N.P. kosten umgerechnet für einen Tag!!! ca. 120€ Eintritt. Wir haben denen einen Vogel gezeigt und sind zurückgefahren. So kann man die Natur auch schützen. Mit Aussperrung von Otto Normalverbraucher. Ich war Sauer! Wir haben dann mit iOverlander einen schönen gratis Stellplatz mit bade Fluss in Villa San Pedro gefunden. Gut so.
Ein besonders großer und gefährlicher schnellschwimmender Anden-Flußfisch

Am nächsten Tag hat es seltener Weise geregnet. Wir hätten also völlig umsonst gezahlt. Dann habe ich entschieden den „Volcano Villarica“ ohne Vorbereitung einfach so zu machen. Wir sind also über Shit Graval Roud´s zum Ausgangspunkt in einem Ski Gebiet am Vulcan, gefahren. Dort haben wir eine ruhige Nacht alleine verbracht. Ich betone das extra.
Gaucho

Am 31.1. war es dann so weit. Ich bin alleine (Sibylle hat vernünftigerweise verzichtet.), früh um ca. 6.00 Uhr losgegangen. Im Dunkeln, ohne den Weg zu kennen. Aber das war relativ einfach, wegen der Ski Lifte. Ein komisches Ski Gebiet ist das. Es gibt weder Kassenhäuschen noch kartenkontroll- Automaten oder ähnliches. Aber wie die Bilder bestätigen, das Zeug an Seilbahnen würden selbst die Czechen verbieten!
Erfolgreich reparierter und für den Betrieb freigegebener Seilbahnfeiler

Bergstation

Als ich etwa 100m unterhalb der Bergstation haltgemacht habe, setzte sich das Monstrum plötzlich in Bewegung. Und, ohhhhhh Schreck, an der verfallenen Bergstation standen plötzlich vor mir Hunderte von Leuten.

Weiter oben

Regelrecht Uniformiert, in geborgter Ausrüstung von Professionellen Anbietern. (Zugegeben, ein paar wenige sind auch gelaufen. Etwa 450hm!) Dann kam der Hammer. Uniformierte Park-Ranger wollten mich zurückschicken! Ich wäre ja nicht registriert! Und überhaupt, ohne Führer an einem solchen Berg……..Wouhhh! Ich habe denen was erzählt von ……………..bla-bla! Dann kam ein Bergführer dazu der das Spektakel beobachtet hat, und etwas (wie ich) Englisch kann. Der hat dann scheinbar den Park-Rangern erklärt, was ich doch für ein Bergrettungsdienst und Feuerwehrheld sei, und ich schon wüsste was ich tue. Darauf hin, wollte der Park-Ranger einen Dienstausweis sehen! Gut, so was habe ich ja. Also bitte alle die damit ein Problem haben, jetzt mal eine Zeile Überspringen!!! Ich habe ihm, so lächerlich wie das Klingt, den Feuerwehr Dienstausweis von 1989 gegeben. Da steht ja hinten auch auf Spanisch drauf, das ich unter dem Schutz der Genfer Konvention stehe, und mir jeder helfen soll! Jedenfalls war des Rangers einziges weiteres Problem mein Helm. Es ist Vorschrift: Steigeisen, Eispickel, Helm! Sonst kein Zutritt.

Steigeisen hatte ich ja im Rucksack, aber Helm? Der lag eben im Auto. Also Bla-Bla-Bla-zu faul zum auspacken usw..! Dann schnell Gorre- Jacke und Kapuze an, damit ich anders aussehe, und einfach untergetaucht. Es waren ja genug Leute da. Als ich ein paar hundert Meter um die Ecke war (Die Führer haben da Crash- Kurs im Umgang mit Eispickel abgehalten!), war das also geklärt. Dann ging es im Pulk mit geschätzten 300 Mann den Vulkan hoch. Wie immer haben mich junge schnell Läufer überholt. Aber wie immer bin ich ein paar Kehren weiter wie eine Dampflock wieder vorbeigezogen. Die waren fast alle nicht eher oben als ich. Jedenfalls ist der Villarica der Aktivste Vulkan Americas. Der ist erst vor 3Jahren ausgebrochen. Der eine Führer hat mir ein Handy Video mit Lava Strömen gezeigt. Schauerlich schön. Dann habe ich oben in 2875m Höhe in den Krater geschaut. Leider war kein einziges rotes glühendes Pünktchen zu sehen.

Nur, je nach Windrichtung, hat es fürchterlich nach Schwefel gestunken. So, dass man die Flucht ergreifen musste. Ein paar von den geführten hatten ja Atemmasken mit. Aber nicht viele. O.K., also wieder runter. Da gab es die nächste Überraschung. Bergsteigen auf Chilenisch ist eben doch etwas anders. Von weitem hatten wir schon seltsame Rillen am Berg gesehen. Wir dachten das seien Schmelzwasser Rillen. Denkste. Plötzlich hatten die alle so komische Plaste Sitze mit Stiel und Griff, wie das manche Kinder bei uns heutzutage zum Berg runterrutschen (Rodeln?) nehmen, in der Hand. Dann haben die sich in den Gruppen zu ca. 10 Leuten vor den Rillen angestellt. Ein Führer mit Funkgerät vorneweg, und als der heil unten war, und sein i.O. gefunkt hat, alle hinterher.

Die Rillen sind ausgerodelte Kanäle von etwa 0,5m Breite und 1m Tiefe. Da sind die alle einfach so runter geschossen. Und ich bin alleine Klassisch über die Schneefelder abgestiegen. Hoch zu habe ich mich schon gewundert, warum die Spur so gut ist. Dann war mir das klar. Die Zertrampelt keiner im Abstieg. Das war mein erster Aktiver Vulkan. Der Elbrus ist zwar auch einer, aber der ist ja tot. Ende gut alles gut. Ich bin total verreckt am Auto wieder angekommen. Aber das war ja schon vorneweg klar. Da hatten viele sich das leichter gemacht! Mit der Seilbahn 450 hm hoch zu gespart, und mit dem Rodel runter! Na Klasse.
Kurz die Zahlen: Aufbruch 6.00 Uhr in 1415m, Gipfel 14.00 Uhr 2875m, 17.30 zurück. Also 1450 hm hoch und runter in ca. 11h.
Unten

Am nächsten Tag sind wir dann ganz runtergefahren. Aber auch da gab es eine kleine Schrecksekunde. Es war ein ganz komisches Gefühl. Schlaglöcher auf solchen Straßen rumpeln ja entsetzlich. Man gewöhnt sich fast dran. Plötzlich fühlten wir, dass da kein Schlagloch war. Da war gar nichts unter dem rechten Hinterrad. Es ging einfach nur runter. Dann hat es gekracht und wir waren wieder oben. Ich habe angehalten und bin gucken gegangen. An dieser Stelle war die Straße unterspült und ist einfach unter uns weggebrochen.

Und die Schränke waren wieder mal leer.
Dann haben wir 2 Tage auf unserem Stellplatz in Villa San Pedro am Bach gechillt. Erst waren da noch 2 Deutsche. Die haben aber nicht viel gesagt. Dann kamen Chilenen aus Santiago mit Camper und Bootsanhänger. Die waren mit dem Camper in Patagonien. Wir haben uns an lustigen Basteleien erfreut. Erst haben wir versucht deren Chilenische Gasflasche bei mir an zu schließen. Das scheint also zu gehen. Gut zu wissen. Und Gasabnahmen gibt es ja hier nicht. Auf Grund der zahlreichen Belüftungsöffnungen werden wir wohl auch nicht mal im freien stehen, wenn es wuuupppp machen sollte. :-))). Dann habe ich denen die eine Dachluke gerichtet. Da sind die irgendwo hängen geblieben und der Blechdeckel war total zerknittert. Aber die nehmen eben so was alles sehr leicht. Die Anhänger Deichsel war scheinbar selber an das Auto geflickt. Mit nur einer Schraube, und das hat alles gewackelt. Dann beim Rangieren haben sie die Reling des Bootes in die Scheibe der Hintertür reingefahren. Na ja, für so nen Pille-palle gibt es ja Klebeband.
Jedenfalls haben die uns für abends noch eingeladen zum Segeln. Wir sind natürlich mit. Zum Lago Caburgua. Da waren wieder Massen von Leuten. Und o Schreck. Mit dem Mast und Segel aufbauen war das wieder so ein Ding. Vor allem die vertrackten Strippen und Knoten. Ich bin weggegangen und habe zu geschaut. Irgendwann, kurz vor Sonnenuntergang, schwamm das Ding dann wirklich im Wasser. Gott sei Dank hatten die ein Paddel dabei. Ich habe dann rück zu paddeln dürfen.

Na gut. Dann am Stellplatz, haben die Frauen noch was Schönes gekocht. Wir haben bis 2.30 Uhr getagt.
Am nächsten Tag gingen dann wieder die Knieschmerzen los. Dieses mal im linken Knie.
Am 3.2. sind wir dann weiter über den Pass „Mamull Malal“ (1253m)(Nein ich lalle noch nicht. Der heißt so!) gefahren.
Ganz seltsame Tannenbäume da oben

Und haben die Grenze passiert. Deshalb hatten wir kaum Lebensmittel dabei. Und es kam wieder über hunderte Kilometer kein einziger Tante Emma Laden oder so was ähnliches. Nichts, gar nichts. Noch vor Ladenschluss (der ist hier erst irgendwann nach 10 Uhr), haben wir dann doch noch einen Supermarkt am Abfluss des Sees von Bariloche erreicht. Und auch einen Super Stellplatz. Das Wasser hat in etwa (je nach Wind und Wellen) 20 Grad C. Was natürlich von bestimmten Wüstentauglichen Mitfahrern vehement bestritten wird! Und es ist Glas Klar. Man kann von der Straßenbrücke aus noch in geschätzten 10m Wassertiefe jeden Kiesel erkennen. Aber wegen der großen Kieselsteine (20cm ?) ist es ein ganz schönes geeiere in das Wasser zu kommen. Da hilft nur ein beherzter Flachköpper. (Das Knie schmerzt immer mehr.)

Und ein paar Fliegenfischer gibt es auch hier in der Abflussströmung sollen sich metergroße Monster Forellen und so was tummeln. Nur gesehen hat die keiner von uns.
Heute ist mittlerweile der 7.2.. Wir haben hier bis jetzt gefaulenzt und Knie geschont.
Übrigens schreibt Sybille auch einen Blogg.: si-reisemomente.blogspot.com.ar
Ach übrigens, hier auf Anforderung eines einzelnen Herren noch ein Selfi, ist aber noch aus Mtv. Wohlgemerkt, ich bin das große Blonde, nicht der auf dem Teutonen Grill.

Und Tschüß!