Freitag, 3. August 2018
2018.08.02.Das Ende von Kolumbien!
2018.07.30.Das Ende von Kolumbien!
Hallo Leute! Ich hoffe euch allen geht es gut.
Ich werde wie immer der Reihe nach berichten. Nur eines vorne weg. Ich habe ganz schönen Stress gehabt. Das Auto ist kaputt. Ich sitze in Pasto fest und muss morgen Kolumbien mit dem Auto verlassen haben. Die 3 Monate sind um. Wenn die hier das nicht bis morgen Mittag in den Griff bekommen wird es eng. Man muss Strafen hier in einheimischen Gefängnissen absitzen. Und die sind keine solchen Faultierfarmen wie in Deutschland. Aber so schlimm wird es schon nicht werden. Ich werde also weiterschreiben, wenn ich raus bin und Ruhe habe.
2018.08.02.
So, jetzt habe ich Ruhe. Ich bin in Ibarra, Ecuador. Auf der Finca Sommerwind. Wen es interessiert, www.finca-sommerwind.info. Der Eigentümer hat mich auf einem Supermarkt Parkplatz in der Stadt angesprochen, und mich gleich mit hier her gelotzt. Es war am Abend und ich hätte sowieso irgendeinen Platz für die Nacht finden müssen. Das hier ist eine wahre Oase, mit Strom, warmer Dusche, Kühlschrank, Waschmaschine, und vielen Deutschen Wohnmobilisten. Der erste richtig nach unserem Standard eingerichtete Campingplatz den ich in Süd Amerika sehe, und sauber, alles wie doaheeme. Mit Biergarten! Ein Geheimtipp zum Gedankenaustausch und man erfährt viele neue Tipps. Zum Beispiel wie man das Auto deponieren kann in Süd Amerika. An solche Informationen kommt man eben leider sonst nicht heran. Ich habe es ja gerade erst durch. Das ganze für 6 Dollar den Tag.


Der Grenzübergang war auch ein kleines Abenteuer. Nach dem ich in der Werkstatt in Pasto richtig böse geworden bin, bin ich gegen halb zwei dort losgekommen, aber das erzähle ich am Ende des Berichtes. Jedenfalls habe ich in buchstäblich letzter Minute den Übergang erreicht. Dort waren tausende von Menschen mit bergen von Gepäck versammelt. Später habe ich erfahren, dass es Flüchtlinge aus Venezuela waren. Nachdem ich meinen Reisepass der Polizei gezeigt habe, hat man mich nach vorne gelassen. So hatte ich nur etwa 10 Leute Schlange vor mir.

Schlange an der Grenze.
Aber jetzt kam der Hammer. Sagt doch die Dame am Schalter zu mir, dass ich 1 Tag überfällig wäre und sie mir den Ausreise Stempel nicht geben könne. Dann musste ich auf den Chef der Station warten. Der hat dann nach längerer Diskussion entschieden, dass ich gehen darf. (Wohlgemerkt, ich war vorher beim Zoll und habe mit dem ADUANA (Zoll) Formular das Auto ausgecheckt. Da war alles in Ordnung.) Auch habe ich an Hand des Kalenders noch einmal die Tage gezählt. Auch i.O.. Es hat sich herausgestellt, dass das Datum der Einreise auf dem Zollformular ein anderes als im Ausweis Stempel war. Meiner Meinung nach war ich Pünktlich. Na ja, Ende gut alles gut. Ich bin in Ecuador.
Aber der Reihe nach.
Kolumbien hat meinem Auto nicht gutgetan wie ihr gleich lesen werdet. Aber die Einheimischen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Ich habe wieder Leute kennen gelernt bei dehnen ich in Santa Marta gewohnt habe. Die sind unglaublich. Alle Frauen auf der Straße waren scharf auf mich. Die eine hat immer mit eindeutigen Bewegungen über die ganze Straße gerufen, „Alexander Vozie Vozie, Vozie-Vozie Alexander!!! Ich war der Hahn im Korbe. Aber natürlich lacht man nur darüber.

Das Haus in Santa Marta.

Am Tante Emma Laden.

Die erste kleine Schramme.
Natürlich habe ich auch anderweitig gecampt. Ich bin an diversen Stränden gewesen wie etwa Puerto Valero, Buritaca, Santa Marta oder Baru. Sie haben mir auch sehr mit dem Auto geholfen und mich auf Behörden wie den Zoll im Hafen begleitet. Wir haben einige Ausflüge gemacht. Etwa über Minca in das 1200m hoch gelegene El Campano.


Das einheimische Essen schmeckt gut. Aber als ich auf den Grund der Suppe gesehen habe.....
Wir haben zum Beispiel eine Kaffee Plantage mit deutscher Brauerei besucht.

Bestellung von Kaffee.

Mit Rocio beim Kaffee.

Kaffee.

Kaffee.

Kaffee Fabrik zum anschauen.

Bayern mit eigener Brauerei.


Bambus am Weg.



Vogelnester.

Giftig?
Auf dem Weg dort hin hält uns wieder mal eine Polizei Kontrollstelle an. Der Polizist fragt mich doch tatsächlich ob ich eine Waffe bei mir habe. Ich habe im meinen Hosenstall gezeigt und gesagt, „Selbstverständlich, willst Du sie sehen?“. Alle haben sich halb totgelacht und wir durften weiterfahren.
Dann ist mir aufgefallen das die Vorderräder unterschiedlich abgefahren sind. Ich bin unter Vermittlung der Freunde in eine Werkstatt gegangen. Es hat sich herausgestellt, dass sämtliche Teile der Radaufhängung einschließlich Lenkung und Stoßdämpfer total ausgeschlagen waren. Also alles neu. 3 Tage Werkstatt, oder was man hier eben so bezeichnet. Ungefähr 600 € insgesamt. Mit 2 ganzen Hühnern zum verköstigen der Arbeiter.

Armes Auto.

Alles neu. Beidseitig.
Freund Pedro hat mir das vermittelt. Er ist bei der hiesigen Polizei. Was er dort macht, was er verdient u.s.w., schreibe ich hier nicht öffentlich. Ihr könnt mich ja bei Interesse fragen. Es ist interessant. Jedenfalls wollte er mir den Zugang zu den 2 höchsten Bergen von Kolumbien vermitteln. (Er kennt den dortigen Polizeichef, und ich hätte mit einer Patrouille mitgehen sollen). Die sind hier vor der Haustür. Es ist das weltweit höchste direkte Küstengebirge. Die Berge Pico Colon (5775m) und Bolivar (5560m) sind nur 40 Km vom Meer entfernt. Sie sind laut Internet aus „schwer erklärbaren Gründen gesperrt“. Es ist nicht nur Rebellen Rückzugsgebiet (FARC und Parra Militärs haben die Kontrolle!) und Drogen Gebiet. Es ist vor allem heiliges Indianer Land. Es gehört den Stämmen der Kogi, Arhuaco, und Asario. Der Stammesfürst entscheidet wen er für würdig erachtet diese Berge zu besuchen. Aber es wurde nichts mehr.
Bei Pedro und seiner Familie haben wir auch gegrillt.


Es gibt ganze Sadtviertel mit Ersatzteilläden.

Beim kaufen von Ersatzteilen zeigt mir Pedro diesen wagen.

Mit dieser Maschine wird Zuckerrohr ausgepresst.

Es sieht dann so aus.

Der so gewonnene Saft schmeckt kalt ganz gut.

Wochenendeinkauf in Familie.

Für den ganzen Monat in solchen Dimensionen.

Die Indianer auf dem Foto sind vom Stamme der “Rubi Elizabeth“.
Hier bei Buritaca soll es Kaimane und Alligatoren geben. Die wollte ich natürlich in freier Wildbahn sehen. Aber leider war trotz gemietetem Führer kein einziges Kriechtier ähnliches Viech zu sehen. Ich war 3-mal dort, nichts.




Auf der Jagd nach Aligator, Kaiman und co.

Schildkrötengelege.

Und ich.

Pelikane.
Dann habe ich die Reifen von hinten nach vorne tauschen lassen. Damit die schlechten hinten sind. Stellt euch vor, der Monteur wollte meine Alufelgen mit einem 2 Meter langen Rohr anziehen. Ich bin dazwischen gegangen. So etwas wie Drehmomenten Schlüssel kennt man hier nicht. Der hat Augen gemacht als ich ihm meinen erklärt habe.
Dann, ich habe ja die ganze Zeit nach einem Weg über die Karibik gesucht, kam die Nachricht dass ich mein Auto bei Sandra Braun in Colonia del Sacramento, Uruguay, unterstellen kann. Bis zu einem Jahr. Ach so, das wisst ihr ja, glaube ich, noch nicht. Ich muss für eine Weile nach Old Germany zurück. Ich habe verschiedene wichtige Dinge zu erledigen. Ich muss zum Zahnarzt, ich muss auf das melde Amt, ich muss den LKW Führerschein verlängern und Richard braucht mich dringend. Die Idee ist, auf Grund der hygienischen Bestimmungen und der Tatsache, dass Australien eine Insel ist und man nach 3 Monaten wieder raus muss, Australien ohne Auto zu machen. Also muss ich das Auto für mehr als 3 Monate deponieren. Und das geht eben nur in Uruguay. Jedenfalls bekomme ich keine Infos wo sonst mehr als 3 Monate möglich sind, und man, wenn man mit dem Auto ein gereist ist, mit dem Flugzeug wieder ausreisen kann. Manche behaupten Mexico ginge bis 10 Jahre. Aber das ist alles nicht Amtlich und mir deshalb zu unsicher.
Gut. Jedenfalls habe ich beschlossen wieder zurück zu fahren nach Uruguay.
In Barranquilla habe ich kurz angehalten um auf das Handy zu sehen. Ergebnis, siehe Bild. Sofort waren 3 Arbeiter einer gegenüberliegenden Vulkanisierwerkstatt und die Polizei da.

Welch Zufall, es sah aus wie ein Messerstich. 180000 Peso wert.
In Cartagena dann ist passiert was längst fällig war, bei den Chaoten auf den hiesigen Straßen. Ein Moped ist mir beim links abbiegen reingefahren. Eine schöne Delle zur Erinnerung an Cartagena ist geblieben.

Dann habe ich das schöne Baru angeschaut.
Ich bin weiter mit einem flauen Gefühl in der Magengegend durch das Valley de Cauca gefahren. Ihr erinnert euch sicher an die Nachrichten. Da war vor 2 Monaten der Dammbruch. Man befürchtet das bei stark Regen der Rest auch noch zusammen bricht und eine Flutwelle durch das Tal rauscht. Die evakuierten einheimischen sind freilich längst wieder heimgekehrt.


Cauca.
Weiter ging es über Medellin und Popayan nach Norden.
Und dann der Super Gau! Mitten im Rebellengebiet, am Nachmittag, auf enger Bergstraße, geht plötzlich weder Lenkhilfe noch Klima Anlage. Es hat 3 von 4 Keilriemen zerrissen. Scheiße. ich fahre also ohne weiter. Ist ja ein Diesel. Lenkhilfe, Klimaanlage, Lichtmaschiene…….es geht auch ohne. Ich war etwa 20 Km vor El Estrecho. Dort angekommen wollte man mir an einer Tanke helfen. Ich habe denen Geld gegeben damit die aus der nächsten Stadt neue Keilriemen besorgen. Die kamen am Abend mit 2 statt 4 Keilriemen wieder und haben versprochen, es am nächsten Tag zu reparieren. Inzwischen hat sich die Polizei rührend um mich gekümmert. Aber die haben das Auto auch nicht ganz gemacht. Es war jedenfalls eine sichere Nacht. Mit Video von der Tanke und Polizeischutz. Am nächsten Tag kam natürlich niemand. Ich habe beschlossen die 150 Km bis zur nächsten Stadt, Pasto, weiter zu fahren. Es ist gut gegangen. Ich bin in eine Werkstatt. Habe aus Angst (die waren wirklich fällig) die Zahnriemen gleich mit machen lassen. Also 4 Keil und 2 Zahnriemen. Als der Kühler draußen war, sah man das der auch nichts mehr taugte. Also bei der Gelegenheit einen neuen. Der neue passte aber nicht. Zu hoch. Die Haube ging nicht zu. Also haben die den neuen Kühler umgebaut und passend gemacht. Und die Zeit bis zur Ausreise lief dahin. Dann wollten die 500 Dollar haben. Ich habe denen 260 gegeben und 300000 Peso. Mehr hatte ich nicht. Ist ja auch genug. Aber für 3 Tage und 2 Leute Arbeit eigentlich billig, trotzdem. Ich musste auch hier energisch werden. Die wollten Eisen einbauen, damit der Lüfter permanent mitläuft. (Unwucht, es hat sich selber wieder gelöst,). Gesamt etwa 700 Dollar.




Trampen.

In Pasto.

Die Olsen Bande war vor mir schon da.

Auto waschanlagen in Massen.

Bis zu 6 Anhänger normal.

Bei jeder Gelegenheit die Verkäufer.

Na ja, und jetzt bin ich hier!
Jetzt muss ich andern deutschen Kolumbien Tipps geben. Die warten schon.
Also dann bis später.
Grüße vom Äquator sendet Alex.



Mittwoch, 27. Juni 2018
2018.06.26.Karibik
2018.06.14.Die Karibik ist erreicht.
Gut, das habe ich am 14. angefangen zu schreiben, heute ist der 27.06... Ich komme nicht dazu, und ich habe auch nicht den richtigen Bock.
Also, ich versuche es doch mal. Wir waren ja in Bogota stehen geblieben. Diese Stadt ist wirklich gefährlich. Ich war mit der Seilbahn auf dem Stadtberg Montserate. Dieser hat auch eine Standseilbahn wie in Dresden. Oben sind Aussichtspunkte und eine Kirche. Alles sehr touristisch.



Standseilbahn,fährt nicht oft.

Der Räuberwald.

In einem der Hochhäuser habe ich 4 Wochen gewohnt.

Die Seilbahn aus der Schweiz.
Rundherum ist steiler Wald. Dort traut sich keine Polizei hinein. Meine Leute waren entsetzt, als ich gesagt habe, dass ich da ja rauf wandern könnte. Ich hatte seit Stunden Schüsse gehört. Als ich wieder unten war, und auf der Straße unterhalb queren wollte (im Wohngebiet) kam mir Polizei auf dem Motorrad in Wild West Manier entgegen. Der Polizeier hinten drauf mit gezogener Pistole rumfuchtelnd. Abwehrend mir gegenüber und fortwehrend „dangeru- dangeru!!!“ schreiend, haben sie mich genötigt wo anders lang zu gehen. Wohl gemerkt, da war es noch heller Tag! Man hat mich für verrückt erklärt, weil ich ohne Angst bis ca. 20.00 Uhr in der Stadt war. Nach Einbruch der Dunkelheit zu gefährlich. Ich war im Nationalmuseum und in der Innenstadt. Auch ein paar Scene Viertel haben wir angeschaut. Die kleine Tochter des Sohnes (2Jahre alt), war auch mehrmals dabei. Sie hat immer „Abuelo“ zu mir gesagt. (Mau, :-(, das heißt Großvater!!!)
Bei Luz war wirklich alles gut. (Sorry, aber ich verwende ohne Zustimmung keine Klarnahmen! Also bleiben wir bei Luz!) Ihre Tochter und ihr Sohn waren auch da. Ihre Tochter ist in Berlin verheiratet und der Sohn war auf einer deutschen Schule und ein Jahr zum Schüleraustausch in der Nähe von Hannover. Die können also beide sehr gut deutsch. Das hat vieles sehr erleichtert.
Ich möchte mich hier noch einmal für die ausgezeichnete Gastfreundschaft, die Aufnahme in dieser Familie, die mir zuteil gewordene Hilfe usw. bedanken!!! Ihr seid wirklich Super! Hoffentlich kann ich mich eines Tages revanchieren!
Leider ist aus den geplanten Unternehmungen nicht viel geworden. Erst hatte ich enorme Probleme, weil ich mir den Magen versaut hatte. (Auch die aus rein medizinischen Zwecken gekaufte Flasche Whiskey hat nichts geholfen!) Ich war (unter Begleitung des Sohnes als Dolmetscher) bei dieser jungen Ärztin.

Es hat sich herausgestellt, dass der gesamte Magen-Darm-Trakt mit Viren und Bakterien verseucht war. Ich habe Diät und Antibiotika verschrieben bekommen. Das hat dann irgendwann geholfen. Ich habe mir das irgendwo mit verseuchtem Wasser eingefangen. Es stimmt, je weiter man sich dem Äquator nähert, desto schlechter wird auch das Wasser. (Cook it, peel it or forget it!) Mir war zwar nicht zum Lachen, aber…………………erklärt dieses Problem mal der jungen Dame, auf ausländisch!!!
Ich hatte ja meinen Dolmetscher dabei, aber……Dann sollte ich in ein Röhrchen rein machen……und es kam (Vorführefeckt) nichts raus……….(Ich hatte natürlich vorher eigene Medikamente, wie z.B. Kohletabletten usw., selber genommen.) Wir sind dann an einen Kiosk gegangen und haben Zigaretten gekauft. Nach dem Kraut kam tatsächlich was. O.K., nicht weiter ausschmücken, wir haben jedenfalls darüber gelacht!
Nur leider hatte Luz auch einige gesundheitliche Probleme. Sie ist sogar nach Medellín zu einem speziellen Arzt geflogen. Außerdem haben sich Probleme mit der Pensionskasse ergeben. Sie befindet sich gerade in dem Stadium, in dem die Zahlungen festgelegt werden. Es ist in Kolumbien ein weitverbreitetes Problem, dass sich diverse Firmen vor der Zahlung in die Pensionskassen drücken. Und das gibt dann irgendwann Ärger. (2.5 Millionen Fälle laut Fernsehen.) Jedenfalls musste Luz sich einen Anwalt nehmen. Unter diesen Umständen war es leider nicht möglich zusammen die geplante Reise zu unternehmen. Wir haben nur ein paar Ausflüge in Bogota gemacht.



Ich musste, da ich ja nur 3 Monate im Land bleiben darf, mich sehr schweren Herzens (nach etwa 4 Wochen) verabschieden, und alleine weiterfahren.
Ich habe also gleich noch bei Bogota das Klettergebiet von Suesca angeschaut.

Das von El Penol habe ich später auch noch gesehen. (In Kolumbien gibt es nur 3 Klettergebiete. Das ist hier etwas ganz neues, und wird hauptsächlich von der Tourismusindustrie gefördert. Und das meiste ist Konglomerat mit stachligem Gemüsegarten!)
Dann bin ich weiter nach Medellín gefahren. Es waren einige Umwege nötig. Tropische Unwetter hatten wieder einmal diverse Erdrutsche verursacht. An einer der Zahlstellen hat man mir also geraten, lieber um zu drehen. Die Straße sei unpassierbar. Na gut. Also 300 Km mehr. Wen juckt das denn?




Der reinste Hohn.Man will diese Infrastruktur ausbauen.


Medellin.
Medellín war vor 20 Jahren noch die gefährlichste Stadt der Welt. Mit der höchsten pro Kopf Mordrate und diversen Autobomben. Man konnte für 10 Dollar einen Mord in Auftrag geben. Und die Drogenbanden haben sich beschossen und die Polizei abgeknallt. Der oberste Drogenboss (Pablo Escobar) war zum Freiwild erklärt worden. Alle möglichen Geheimdienste wollten ihn umlegen. Heute ist dessen Finka mit Privatflugzeug usw. ein beliebter Touristen Magnet, ein Museum. Aber die Kolumbianer versuchen diese Vergangenheit zu verdrängen. Diese Städte sind sich alle irgendwie ähnlich. Deshalb erspare ich es euch hier tausende Bilder rein zu stellen.
Dann bin ich weiter nach dem sehr schönen Ort Guatape gefahren. Dort befindet sich der Felsen Penon de Guatape mit oben erwähntem Klettergebiet. Obwohl sehr teuer, musste ich natürlich rauf. Über einige (ca. 300hm) Treppen aus Beton, geht es bis zum Gipfel mit Restaurant usw...Für den Abstieg gibt es eine, in die Aufstiegstreppe verwundene, eigene Treppe. Also alles ohne Gegenverkehr. Der Spaß kostet 18000 Eintritt + 5000 Parkgebühren! (1:3400).

El Penol. Dieser Felsen war ein Heiligtum der Ureinwohner und wurde erst vor ca. 20 Jahren erstbestiegen. Dazu brauchte man 5 Tage.




Bitte um Gipfelpatenschaft, wegen Putzaktion!!!


Das ist ein einzelner Stausee.

Im Souvenierladen.


Mülleimer.



In Guatape.
Am iOverlander Platz treffe ich eine französische Familie im WoMo. Mit zwei klein Kindern unterwegs. Das ältere wird selbst unterrichtet. Das geht in Frankreich eben. Die haben den Camper in Kanada gekauft und haben ein Nummernschild von Britsch Columbia. Wie das geht, konnten sie mir aber nicht erklären. Jedenfalls ist diese Gegend sehr schön.

Dann hatte ich die dumme Idee über San Rafael und la Mora zu fahren. Das Navi also zu ignorieren und die kürzere Strecke zu nehmen. Ich habe mit Allrad und Untersetzung für 40 Km 4,5 Stunden gebraucht. Na ja, man hat ja Zeit.

Man beachte die Geschwindigkeits Begrenzung.



Immer wieder.
Jedenfalls bin ich irgendwann, nach einigen Tagen, in Bucaramanga angekommen. Einzelheiten erspare ich mir hierzu. Diese Städte sind sich alle sehr ähnlich. Aber sie haben den Vorteil, von Weißen irgendwann einmal in hoch gelegenen Tälern gegründet zu sein. Um dem wirklich für Weiße fast unerträglichem Klima weiter unten zu entgehen. Aber das kommt noch.

Buccamaranga.
Ich bin also weiter an die Karibik gefahren. Zuerst nach Santa Marta und Barranquilla. Ich habe einige Strände besucht, z.b. Puerto Velero, Taganga,und den Nationalpark Tayrona.



Man sollte nicht im Laub rumlaufen.Die ist leider tot.

Bestehen da etwa Ähnlichkeiten?


Berittene Polizei.
In Barranquilla (1,3 Mill. Ew.) wollte die Polizei wegen des Steinschlages auf der Frontscheibe wieder mal mein Auto stilllegen. Meine Sicht wäre ja beeinträchtigt. Die wollten wieder mal Schmiergeld erpressen. Ich habe die verarscht und mich als Kollegen zu erkennen gegeben. Mit FW Dienstausweis und Bergwacht Rotkreuzausweis. Da haben sie mich – wörtlich- im Sinne der „internationalen Zusammenarbeit“ gehen lassen.
Der Tayrona Park ist sehr sehenswert! Kostet 70500 Peso Eintritt + 10000 Parkgebühren! Aber ich habe dann drinnen campen können. Das war gut. Aber ich sage euch…. Ein herrlicher Wanderweg an den herrlichen Strand. Beim Schnorcheln Millionen bunter Fische. Biergärten. Alles traumhaft. Aber der Weg hin und zurück 15Km. Trepp auf- trepp ab. Ihr müsst euch das Tropenhaus im Botanischen Garten vorstellen. 40-45 Grad Celsius, gefühlte 500 Prozent Luftfeuchtigkeit. Das ganze mit Bergrucksack in dem sich Bade- und Schnorchelzeug befinden. Wenigstens gab es am Abend eine Regenwasserschlauchdusche zur Erfrischung. Und dann in der Nacht das russische Roulette. Was bekommst Du??? Malaria, Dengue Fiber, Zica Virus oder- oder- oder. Jedenfalls sehen meine Beine unterhalb der Knie, wo sie nicht zugedeckt waren, aus wie blutige Nadelkissen. Total zerstochen. Die Temperaturen hätten der Sibylle ja noch gefallen, aber die Mücken?
Eine Treibhaus Wanderung:







Kopfnussgefahr!!!Diese werden an Ort und Stelle Verzehrt.



Fussball in vornehmer Umgebung.

Biergarten (Nicht vornehm!)

Badestrand,durch einen natürlichen Steinwall abgeschirmt vom offenem Meer.(Wegen Haien,Strömungen,Wellen usw..)
Dann war ich etwas im Hochland. In dem Touristenort Minca. Ca. 700 m.ü.n.n.. Ein viel besseres Klima also. Dort habe ich auch das duselige Schwedenspiel gesehen. Rechts von mir eine Gruppe Münchener, links eine Touristin aus Schweden. Aber das Fußballklima hier ist wirklich ausgezeichnet. Publik Viewing ist angesagt. Dank der Kolumbianischen elf. Aber am Abend sind wieder Schüsse gefallen. Ich habe 9 gezählt. Jetzt bin ich erst einmal wieder in St. Marta. Aber nach Minca will ich noch einmal wegen der Wasserfälle mitten im Urwald, die ich noch nicht gesehen habe.
Momentan muss ich mir etwas einfallen lassen wie es weiter gehen soll. Kolumbien ist eine Sackgasse. Wo ich hergekommen bin, bei Equador, sind die Rebellengebiete. Am Pacific bekriegen sich die Drogen Banden, wegen der Routen nach Nord Amerika. Brasilien im Osten hat keine Straßen, aber viele Rebellen Gruppen. Venezuela ist geschlossen. Landweg nach Panama gibt es nicht und dort sind auch viele Rebellen im Urwald. Die fangen mit Vorliebe mal eben ein paar Europäer oder Amis weg. Mann könnte ja eventuell irgendwann mal ein paar Geiseln gebrauchen. Und Fähren gibt es nicht. Und See Schiffe sind extrem teuer. Ich habe noch ca. 4 Wochen. Dann muss ich hier raus sein. Und ich habe beim besten Willen noch keine Idee, wie das werden soll.
Also dann genug für heute. Der Laptop steht langsam unter Wasser, weil ich das Bier wieder herausschwitze. Aber jetzt gegen halb elf Uhr abends wird es langsam etwas besser.
Bis denn-denn, euer Schreiberling in der Sackgasse.



Freitag, 11. Mai 2018
Peru, die Bananenrepublik und Bogota 2018.05.11.
2018.05.10 Bogota
So, nun bin ich also in Bogota. Diese Stadt ist der Wahnsinn. Fast 7 Millionen Einwohner, nur in der Stadt. Im Großraum sind es, glaube ich, fast 9 Mio.. Und Ba., Mtv. oder Santiago, auch Millionenstädte, sind dagegen regelrecht harmlos. Sie befindet sich wegen dem besseren Klima in einer Höhe von ca. 2650 m über n.N.. Trotzdem gibt es viel Smog und Dreck.
Ich habe ja geschrieben, dass ich nach Reisepartnern suche. Ich hoffe, dass ich in Luz eine solche gefunden habe.

Sie will mir vorerst Kolumbien zeigen. Dann geht es möglicherweise weiter nach Mittelamerika. Mal sehen. Ihr Sohn hat mich in Bogota aufgelesen und zu deren Wohnung in einem Hochhaus gebracht. Es ist wie eine Oase in dieser Stadt.


Ein sehr sauberes durch Sicherheitspersonal abgesichertes Gebiet aus mehreren Hochhäusern. 4 Stockwerke nach unten sind Tiefgaragen. Dort habe ich einen Stellplatz für das Auto gemietet. Die Wohnung ist recht luxuriös und befindet sich im 9. Stock. Mit Aussicht auf die Berge. Ich habe schon mehrere Spaziergänge in die Altstadt gemacht.


Diese ist etwa 4 Km von hier entfernt. Hier ist scheinbar eine gehobene Gegend für wohlhabende. Die Leute laufen alle in sehr feinen Klamotten herum. Ich grüße natürlich auch das Personal. Die reden mit mir und freuen sich über mich. Ich bin hier der absolute Exot. Man muss ja bedenken, dass ich viele Monate in keinem festen Haus gewohnt habe (außer dem Krankenhaus), und aus Pampa, Wüste und Gebirge komme. Das sieht man mir an. Mit den alten Jeans, T-Shirt und Bergschuhen, dazu blond und groß. Ich falle auf. Ich komme mir vor wie „Crocodile Dundee“ in New York. In der Altstadt wimmelt es von Nutten, Transvestiten, Bettlern, Polizei usw.. Aber ich habe bisher meine Ruhe gehabt. Man muss sehr aufpassen. Die Einheimischen sagen, man soll alle Wertgegenstände, Kreditkarten und Ausweise zu Hause lassen. Nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und ähnliches. Aber ich habe weder die Angst wie die Einheimischen, noch biete ich eine Angriffsfläche. Wenn man Stärke demonstriert, haben die anderen Angst. Es ist wie im Tierreich. Bei der geringsten Schwäche, wie etwa besoffen sein, oder im Park schlafen, würde man angegriffen und ausgeraubt werden.
Wie gesagt, bisher hatte ich keinerlei Probleme.
Die Fahrt hierher war da schon schlimmer. Ich bin ja fast 5500 Km durchgefahren. Ich wollte einfach weiterkommen. Das Kapitel südliches
Südamerika war irgendwie zu Ende. Und alleine macht es auch keinen richtigen Spaß. Ihr wisst ja, zum Klettern, Tauchen überall benötigt man einen Partner. Und das Auto Tageweise alleine lassen, ist auch keine gute Idee. Außerdem ist noch Knieschonzeit!

Ich kam durch Nazca.Das kenne ich ja von vor 10 Jahren.
Und die Straßen sind sehr sehr gefährlich. Überall Unfälle, Dreck, Gestank.

Immer wieder Pässe zwischen 3800 und 4000m Höhe.(hier 4061m)

Beton gegen Sanddünen.

Der Sand ist so klebrig durch Nebel und Salz, das man in Spiegeln und Fenstern kaum noch etwas sieht.

Und immerzu Wüüüüüüüsteeeeäääääähhhhhh!!!!!!!!!!!!


Sehr angenehmes Kaite Surfer Camp bei Puno. Mit Strom, Internet und Toilette.

Neubausiedlung.

Und immer wieder diese gräusligen Stadtdurchfahrten.

Über den Städten fast erstickender Smog.

Umweltbewusstsein.Normaler Strassenrand!

Manchmal wird das einfach angezündet.Es herrscht in den meisten Städten ein unerträglicher Gestank.

Feldarbeit.

Wegen solcher Kleinigkeiten braucht man natürlich keine Feuerwehr.

Die ewigen Tuck-Tuck´s.

Der Sarg auf der Pan Am ist natürlich wichtiger als das bisschen Verkehr. Alles steht.
So zeigt sich die Realität im normalen Peru, außerhalb der Touristenwege!

Irgendwann kam dann die Bananenrepublik!
Hauptsächlich wegen dem Knie habe ich, obwohl ich am Parkeingang übernachtet habe, auf den Cotopaxi verzichtet. Der war auch wegen schlechtem Wetter nicht zu sehen. Es ist ja Regenzeit. Ich hätte bis auf 4800 m mit dem Auto fahren können. Nur 300m höher befindet sich eine Hütte. Dann nur noch 1100 hm im Eis bis zum Gipfel. Etwa 5800m hoch. Außer Seracs, Schnee, Eis und der Höhe gibt es keine Schwierigkeiten. Aber es ist einer der aktivsten Vulkane, die es gibt.
Ecuador zu durchqueren war schon interessant. Quito ist ja nach La Paz (Bolivien) mit ca. 3000 m.ü.n.N, die 2. höchstgelegene Hauptstadt überhaupt, und nur 20 Km vom Äquator entfernt. Ich bin durchgefahren. Ein Moloch!


Erdbebenverzogen.

Essen auf Rädern. (Hühner)
Ecuador ist eine wirkliche Bananen Republik. Stundenlang fährt man durch Bananen Plantagen. Ich habe einige Mautstellen weiträumig umfahren. Deshalb habe ich gesehen, wie die einheimischen Bananenpflücker dort leben. Keinen Kommentar.

Bananen.
Man muss sich das mal vorstellen. Im Jahre 2000 hat dieses Land die eigene Währung abgeschafft, weil sie nichts getaugt hat. Dafür hat man den US Dollar als Landeswährung anerkannt. Es ist alles recht billig. Diesel kostet die Gallone (3,8 Ltr.) etwa 1 Dollar. Also der Liter etwa 20 Euro Cent! Aber die Brühe taugt nicht viel. Das Auto wird noch wärmer, es qualmt, der Verbrauch steigt an, usw..


In den Bergen von Ecuador.

Und wieder die Wechselwirkung von Höhe (fast 4000 hm), Geschwindigkeit und Motortemperatur (rechte Anzeige). Es geht nur eben gerade so bis über diese Pässe!


Das ist eine hiesige Spezialität. Genannt Cuy. Es sind Ratten! Aber bei uns gibt es ja auch Nutria. Der Name soll vom Sound herkommen den diese Viecher ausstoßen.

In Quito.

Und wieder ein ganz normaler Pass (fast 3900m).


Hochtal.

Und jeder will der erste sein.


Die Straßen in das Grenzgebiet zu Kolumbien werden immer spannender.

Natürlich bin ich vor dem Grenzgebiet Ecuador- Kolumbien gewarnt worden. (Ich habe mich auch auf der Krisen Vorsorge Liste des Auswärtigen Amtes registriert.)
Dort greifen Rebellen wieder Polizeistationen, Stromleitungen und andere neuralgische Punkte an. Es gibt Schießereien (Mit Kollateralschäden in der Zivilbevölkerung.) und Entführungen. Speziell von Ausländern. Ein echt mulmiges Gefühl beschleicht einen. Ich bin belehrt worden auf keinen Fall nachts zu fahren, und das Gebiet möglichst schnell und ohne Übernachtung zu durchqueren. Aber bei diesen Straßenbedingungen ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Ich habe also beschlossen am Grenzübergang zu schlafen. Ha, denkste. Der hat von 18.00 bis 06.00 Uhr geschlossen. Ein massives Eisentor mit Drehkreuz für Fußgänger war verschlossen. Ich bin leider aus Unwissenheit ein paar Minuten zu spät gekommen. Drinnen standen viele Trucker, denen es gelungen ist in Sicherheit zu kommen. Ich stand also vor dem Tor. Ein paar Einheimische haben mich sehr dumm ausgefragt. Wieviel das Auto wert ist. Wie man eine solche Fahrt finanziert und ähnliches. 2 Trucker haben das beobachtet und dann zu mir gesagt es sei sehr gefährlich, was die da gemacht haben. Ich habe also nicht geschlafen. Da wäre ich ein zu leichtes Opfer gewesen. Ich habe also das Haimesser, die Axt und mein k.o. Gas an mich genommen, und mich in einer von weitem im Dunkeln nicht sichtbaren Ecke hinter einem Schuppen versteckt. Ich habe die ganze Nacht das Auto beobachtet. Es kamen auch mehrere Autos, haben geguckt, und sind wieder weggefahren. Denen habe ich gezeigt, dass ich wachsam bin. Gott sei Dank, es ist nichts passiert.

Hinter diesem Schuppen war ich versteckt.

Geschlossener Zaun. Dieser Hund hat mir mit seinen Reaktionen geholfen.
Ich war völlig fertig und musste trotzdem, nach dem ich die Grenzformalitäten bis fast 10.00 Uhr erledigt hatte, noch mindestens 300 Km bei diesen Verhältnissen fahren. Es geht da teilweise nur im Schritttempo vorwärts, weil die Straße plötzlich keinen Belag mehr hat und von den schweren LKW vollständig zerwühlt ist. Kilometer weit. Immer wieder.
Gleich in der ersten kolumbianischen Ortschaft hat mich ein vermeintlicher Polizeiposten gestoppt. Die hatten Kampfanzüge an. Aber ich denke, es waren keinen echten Polizeier. Sie haben gefragt, ob ich Geld hätte. Ich habe sie ausgelacht und leere Taschen vorgezeigt. Dieses Spiel kennen wir ja von Russland zur Genüge. Sie haben mich weiterfahren lassen. Dann wieder eine Polizei Sperre. Ich glaube dieses Mal waren es echte Bullen. Wegen der Lumina wollten die 107.00 USD Strafe. Das sei verboten. (Aber alle fahren hier mit so etwas herum!) Das gleiche Spiel, kein Geld, armer Ausländer, nix verstehen, habe ich nicht gewusst……, dann haben die von oben herab den großzügigen gespielt und mich weiterfahren lassen. Es waren wenigstens 10 schwer bewaffnete Kontrollstellen. Einige mit Panzerwagen die Schnellfeuer Kanonen oben drauf hatten. Keine Maschinengewehre. Richtige Kanonen. Im Internet gibt es Seiten von der kolumbianischen Regierung mit Plänen, wo das Gelände vermient ist. Man soll ausdrücklich befahrene Wege nicht verlassen. Du kannst dir also nicht mal am Straßenrand einen Platz suchen, um in Ruhe zu pinkeln. Das ist zu gefährlich. Ich war heil froh diese Gebiete endlich hinter mir zu lassen!
Ich habe mich darauf gefreut, mir Kolumbien von Einheimischen zeigen zu lassen. Und nun ist es so weit. Wir wollen Pläne schmieden. Ich werde berichten.
Grüße aus der weiten Welt sendet euer Schreiberling.



Sonntag, 22. April 2018
Durch die Wüste nach Peru/2018.04.23.
Moin-moin ihr Leute!
Jetzt melde ich mich schon aus Peru! Ich bin gefahren und gefahren und gefahren. Bis hier sind es von Puerto Montt ca. 3400 Km. Also in etwa 4-mal die Strecke Hamburg Garmisch-Partenkirchen! Und die war teilweise wirklich Hammer hart! Erst, bis etwa Santiago geht es ja noch. Wenn man nicht extra die Pan Am verlässt ist es fast langweilig. Einzig die ständig wiederkommenden Bezahlstellen nerven. Die ziehen das ganze Geld aus dem Portemonnaies. Da geht die Freude über den Diesel für 80 Eurocent wieder dahin. Über diesen Abschnitt gibt es nicht viel zu erzählen. Zumal wir ihn ja hin zu schon kennen gelernt haben. Damals vor allem die Gegenden darum. Dieses Mal bin ich in eine sehr deutsche Stadt gekommen. Nach Frutillar. Das heißt Erdbeere! Mit Aussicht auf drei Vulkane, wieder deutscher Feuerwehr, deutschem Einwanderer Museum und deutscher Oper. Von dort bin ich noch etwas Landstraße durch diese Gegend gebummelt, um später wieder die Hauptroute zu erreichen. Aber es hat angefangen zu Regnen und war teilweise richtig herbstlich. Vor allem im Gebirge.
Theater/Oper.

Hotel Frau Holle.

Und die Feuerwehr.


Herrenhaus im Deutschen Museum,es gibt noch viele weiterre Gebäude wie eine Mühle,Tenne usw..


Man sieht gleich drei Vulkanos.



Hier und da gibt es einen Wasserfall oder Heiße Quellen.

Und irgendwann kam die Wüste.

Es wurde erst später in der Atacama Wüste saumäßig anstrengend. Über 2100 Km im nichts! Wirklich gar nichts. Außer: siehe Bilder. Warum? Schaut euch die Bilder an. Ich will mir fast jeden Kommentar ersparen. Sie sind aussagekräftig genug. Spätestens nach der Hälfte der Atacama Strecke fängt man an, das Ganze zu verfluchen. Und ja, man bekommt ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Man will nur noch endlich an der Grenze ankommen. In der Hoffnung, dass es besser wird. Ausgebaut ist diese Strecke ja ganz gut. Aber………!!!!!
Am Ozean geht die Wüste los, nach Osten bis weit nach Argentinien und über die Anden.

Sehr futuristische Abzweigung im Nichts.

War hier etwa die Mondlandung?

Gegenverkehr

Der Dreck aus diesen Rinnen ist jetzt der Fahrdamm.

Wer wird hier wohl auf den Bus warten?

Ohne Worte.

Leider etwas spät geworden.

Die Sache mit dem Kompass (leider unscharf).

Windteufel.

Schöner unsere Städte und Gemeinden:1. Preis.

Die Kurve war wohl doch unangepasst scharf.

Das ist keine Satire.Bitterer Ernst.An dem Schuttkegel unter der Unfallstelle sieht man, wo auch die Menschen runter gekullert sind.

Schicksale.

Überall Kapellen und Kreuze für die Toten.(ein paar Beispiele)





Manche Leute stehen ja auf Wüsten. Ja, für ein paar Tage ist diese absolute Ruhe, dieser einmalige südliche Sternenhimmel (bei mir ohne Mond, aber mit Milchstraße) und diese unendliche Weite schon sehr schön. Erst hatte ich mir ja überlegt mal abseits der großen Route zu fahren. Aber ein paar kleine Abstecher in anliegende Ortschaften haben gereicht. Ich wollte es einfach nicht mehr. Diese Wüste macht einen wirklich Kirre. Übrigens zeigt der Kompass zwar nach Norden, aber Ost und West sind anders herum. (Sieht man am Schatten). Als ich vor einigen Jahren mit dem Flugzeug über die Sahara geflogen bin, dachte ich mir „Mann o Mann“ das nimmt ja gar kein Ende. Aber die Zeit, in der damals der kleine Punkt auf dem Bildschirm im Flieger über die Sahara gewandert ist, waren nur Stunden. Hier waren es viele Tage. Mit Übernachten, Hitze, Kälte in der Nacht, Sturm, Sonne, Organisation von Wasser und Diesel, und eben allem Drum und Dran. Aber das schlimmste ist das Gefühl, welches die vielen-vielen Kreuze und Kapellen am Straßenrand ausstrahlen. Die Leute brauchen ihren Gott scheinbar wirklich. Jedes Kreutz bedeutet ein Opfer dieser verfluchten Straße. Und man findet diese Autowracks, Buswracks, Kreuze, Kapellen usw. wirklich alle paar Kilometer. Es ist Psycho Terror, irgendwann liegen die Nerven blank.
Auch die 10-20 Km langen Steigungen und Gefälle in die tiefen Canyons, zwischen den LKW zu fahren, tragen dazu bei. Und natürlich wieder das Problem mit dem zu warmen Motor.
Man hofft nur noch, dass das Auto durchhält und der Albtraum endlich ein Ende nimmt. Entschuldigt bitte die paar Paparazzi Bilder mit dem Bus. Das verabscheue ich sonst. Ihr wisst das ja. Aber in dem Fall musste ich es machen, um euch das ganze Ausmaß zu zeigen.

Aber es gibt auch Oasen.

Da leben Menschen.

Am Ende sind es ca. 2150 Km nur Atacama Wüste geworden.


So, jetzt springe ich per Flachköbber in den Ozean. Hier direkt vor mir ist er. Mit herrlichem Sandstrand.
Ach übrigens, Ihr werdet euch fragen warum ich gleich soweit nach Norden fahre.
HAAAA!!!!Keiner hat auf mein Mitfahrangebot reagiert. Ich habe ja geschrieben, dass ich mich auch im Internet umschauen werde. Ich habe in einem Forum Luz aus Bogota kennen gelernt. Luz will mir Kolumbien zeigen :-)))!
Also auf zu neuen Horizonten!!!
Bis denn denn, euer Weltenbummler.
Ach, und noch was! Aber wehe euch, wenn Ihr lacht! Ich glaube der Ralli hatte mit seinem Einwurf doch recht. Da muss ich mich wohl in den letzten Jahren wirklich etwas vertan haben. Christiane und Richard haben mich auch gewarnt. Aber es spielt ja eh keine Rolle. Jedenfalls bin ich ja 1959 geboren. Laut Adam Riess darf ich also erst im Jahre 2019 60 werden. Hahaha!!! Da habe ich mir ja ein Jahr geschenkt. Man wird eben manchmal etwas dusselig :-)))! Na, ist ja so was von egal!!!



Mittwoch, 4. April 2018
Nachtrag
Was da hinten so flimmert,die Berge scheinen zu schweben,ist "Fata Morgana"!

Und keine Panik! Wärend ich gestern den Beitrag geschrieben habe,hat scheinbar jemand versucht an der Beifahrertür einzubrechen!Das Schloss schließt nicht mehr.Ist innen drinnen scheinbar zerrammelt.Mit so was muß man leider immer rechnen.Heute Nacht sind auch wieder komische Gestalten draußen rum gelungert.Ich habe Präsenz gezeigt und da sind die verschwunden.Ich muß hier langsam weg.Auf dem Lande ist es einfach sicherer!Ich bin jetzt glaube ich die 3.Nacht hier.Das merken sich die Ganoven.
Tschüß.



Dienstag, 3. April 2018
Bis Puerto Montt
2018.04.03 Puerto Montt
So, nun mal wieder an´s schreiben. Ich sitze hier im Kaffee des Busbahnhofes in Puerto Montt. Ich muss nachdenken. Seit Punta Arenas ist so viel passiert. Ich kann das auch nicht mehr rausschieben, sonst verliere ich ganz den Faden und es wird zu viel. Ich versuche mich auch kurz zu fassen.
Ich bin also am 21. aus der Klinik entlassen worden. Muss noch diverse Tabletten schlucken. Ganz weg ist es auch noch nicht, aber es geht viel besser. Ich habe also noch versucht einige Erledigungen zu machen. Ein neuer Wasserhahn war bisher nicht zu bekommen. Man muss eben improvisieren und aus Kanistern in das Waschbecken schütten. Geht auch. Auch die Absätze von den Bergschuhen habe ich neu machen lassen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Dann bin ich nach Puerto Natales gefahren.
Milodon, das soll in den dortigen Cuevas gehaust haben.

Ganz schönes Mistwetter war da inzwischen. Möglicherweise war das sogar ganz gut so. In den Torre del Paine lag bis weit unten schon Schnee. Da ist es mir leichter gefallen nur als Touri da durch zu fahren.


Aber in Puerto Natales hat mich noch eine sensationelle Neuigkeit erreicht. Der Lars Sohn hat einen Braten angesetzt. Ich werde also im Herbst stolzer Opa. Das ist zwar Jippppppie erfreulich, aber schon komisch. Jetzt bin ich plötzlich 60 Jahre und werde Opa!!! Unglaublich!!! Ich!?!
Jedenfalls war der NP wieder mal völlig unverschämt überteuert. 21000 Peso Eintritt (30 Eus) und dann wollten die für eine Nacht Parkgebühren nochmal 15000. Da bin ich wieder, nach einer Nacht schwarz campen, abgehauen.
Dann hat es mir schon wieder das Geweih ab gerüttelt, so dass ich wieder hinter nach El Calafate (100km Umweg) zum schweißen fahren musste. Und hier jetzt schon wieder das gleiche Spiel. Welch einen Mist haben sich da die Deutschen Gesetzgeber ausgedacht. Das Ding soll ja schützen. Aber man verliert es schon auf Gravel Roads von alleine. Aus Schaumstoff! Jetzt ist es schon zum 3. mal geschweißt. An allen 4 Halterungen. Gut dass ich Kabelbinder dabei habe :-))). Mal sehen wie weit ich jetzt damit komme. Da waren doch die alten Stahlgeweihe was anderes. Wie erwartet reicht jetzt rück zu der Diesel auch nicht so weit. Der Wind ist jetzt ein permanenter Gegenwind. Und dass bei den Straßen. Ich habe mit einer Tankfüllung nur noch 450km anstatt fast 600km geschafft. Bei gleicher Fahrweise. Aber das gute: ich weiß jetzt das die Gelbe Tankleuchte noch geht. Ich bin mit dem letzten Tropfen in Perito Moreno eingerollt. Ich wusste gar nicht dass mein Tank so groß ist. 66 Ltr. sind reingegangen.
Dann, an meinem Geburtstag, Chile Chico.

Da soll ja eigentlich der Bär steppen, aber die Saison ist vorbei. Alles wie ausgestorben. Also nichts mit Sau rauslassen zum 60. Am nächsten Tag bin ich dann mit der Fähre über den Lago Buenos Aires (der hier nach irgendeinem General benannt ist) gefahren. Das spart mindestens 200-300 km Schotterpiste und kostet etwa 30 Eus. Es hat so gestürmt das die große Autofähre ganz schön geschaukelt hat.

Von Ing. Ibanez erreicht man dann, nach nur ein paar km, die Carretera Austral (was in etwa Süd Landstraße bedeutet). Auch die ist über weite Strecken nur Schotterpiste übelster Art. Aber sehr schöne Gegenden.





Dann übernachte ich in Coyhaique, einer richtigen Stadt, an einer Tanke. Und am Donnerstag vor Ostern, dem 29., habe ich eine Tramperin mitgenommen. Es ist Yuki aus Ossaka, Japan. Wir verstehen uns blendend. Sie geht alleine in die Natur. (Hier Urwald und Vulkan.). Wir verbringen 4 herrliche Tage zusammen. Am Lago Yelcho gehen wir auf einen Campingplatz. Wegen der warmen Duschen. Und machen ein Feuerchen. Dann erreichen wir Chaiten und Yuki geht wieder ihrer eigenen Wege. Schade.

Ich bin dann weiter die Carretera gefahren. Diese geht hier nur mit insgesamt 3 Fähren. Alles besteht aus Inseln und Fjorden. Eine einzigartige Landschaft. Und das Wetter war auch königlich.


Ich war erst nachts um 2.00 Uhr hier in Puerto Montt.
Aber erst mal ein paar Bilder dieser Stadt. Sie wurde in den 1850 er Jahren von Deutschen Siedlern errichtet.
Leichtsinnige Hunde

Denkmal für die Deutschen Siedler

Deutsche Feuerwehr


Deutscher Laster

Bier für Ossis und für Wessis


Norm Verkabelung

Alles in dieser Kathedrale besteht aus Pappmochee.Sogar die Säulen.

Salmon (Lachs) im Fischmarkt.Fast 1m lang.

(Auch hier auf diesem Abschnitt hatte ich einen trampenden Bergsteiger dabei. Der hatte zum Training eine Weste mit Blei mit. Hut ab, leidensfähig der Mann. Übrigens waren die Fähren für mich auch teuer. Alles zusammen 56800 Peso. Den Passagier hat niemand nach einer Fahrkarte gefragt.
So, dass waren die letzten Neuigkeiten. Und jetzt ist es langsam so weit. Ich muss mir die Fäden aus dem Knie ziehen. Mit der Zange :-))), wirklich. Ganz alleine. Mir graust davor.
O.k., noch was zu den Lamas. Ich verstehe nicht was die da treiben. Rund um nichts als Pampa. Tausende und abertausende von Kilometern. Aber nein, die blöden Viecher müssen auf der Straße rumtanzen. Und zwar auch zu tausenden.
Denen ist anscheinend die Pampa auch zu langweilig. Die denken sich scheinbar „No risk no fun“! Und holen sich den ultimativen Kick, wie etwa die U-Bahn Surfer. Das geht leider manchmal schief. Und den Alten alles nach zu machen, ist auch keine gute Idee. Was die Bilder beweisen. Man sollte schon wissen wie hoch man springen kann. Hier unten stört das alles niemanden. Die Kadaver werden einfach Mutter Natur überlassen.




Zum Schluss noch ein paar ganz schön komische Vögelchen.


So, nun genug für heute.
Haltet die Ohren steif.
Alex.



Dienstag, 20. März 2018
2018.03.20.Fortsetzung Abenteuer Kranksein
Ich melde mich noch einmal aus dem Krankenhaus. Der Clinic Magellanes in Punta Arenas.
Gut das ich das so gemacht habe. Das Knie war wirklich schlimm. Diagnose: Patellasehne angerissen und entzündet, Schleimbeutel entzündet und Wassereinlagerungen unter der Kniescheibe, Knochensplitter unter der Kniescheibe, hintere Sehnen angerissen usw.. Ich bin am Mittwoch operiert worden. Morgen soll ich entlassen werden, vorausgesetzt dass jetzt, nach absetzen der Medikamente, keine Schmerzen mehr vorhanden sind. Jetzt eben hat mich ein Physiotherapeut zur Gymnastik angeleitet. Die Zeit hier nutze ich um die Versicherungsbelange zu erledigen. Ich habe Strom und Internet. Das ist ja hier nicht so selbstverständlich. Außerdem habe ich ein Einzelzimmer mit Dusche. Das warme Wasser kann man auch genießen. Ist ja auch nicht selbstverständlich für mich. Nur das Essen ist eben Krankenhaus Essen. Ohne jedes Gewürz. Es schmeckt wie A- und Frid.. Und Kalorien, Fehlanzeige. Man hat nach dem essen erst recht Hunger. Bei meiner Einweisung war ich 10,5 kg leichter als früher. Mal sehen wie das jetzt ist. Ich nehme hier gut ab. Aber wie gesagt, das hier ist erste Klasse. Die arme Leute Krankenhäuser sind das letzte. Übrigens ist es hier üblich, dass die Ärzte einen Tag in der Woche um sonst dort arbeiten. Gott sei Dank habe ich die teure Auslandskrankenkasse abgeschlossen. Mal sehen ob die mich jetzt rausschmeißen. Haltet euch fest. Ich habe zwar noch keine Endabrechnung, aber das Ganze soll 40 000 US-Dollar kosten.
So, Morgen muss ich noch ein paar Reparaturen erledigen. Z.B. ist der Wasserhahn im WoMo jetzt ganz hinüber. Wenn alles erledigt ist, geht es wie gesagt über Torre del Paine- Fiz Roy- Perito Moreno- Chile Chico- Careterra Austral- nach Puerto Montt. Vielleicht kann ich ja mit dem Kajak zu den Blauwalen rausfahren, oder einen Tauchgang machen. Berge haben erst mal 2-3 Monate Schonzeit. Das Knie fühlt sich an wie Muskelkater.
Alles in allem war das hier Hotel Mama.


Die Entbindungsstation ist wie im Kino!

Und mein Zimmer ganz gut!



Und nochmals vielen Dank für die Super Behandlung an alle Beteiligten.Vor allen Dr. Nelson Nurambuena, genannt Admiral Nelson! Ihr wahrt richtig gut.
Bis später, Alex.
Jetzt wollten die zwei Blutdruck-Sauerstoff "guapa" auch noch mit in den Blogg.

Na, ihr Unwissenden. Schaut halt nach was "la guapa" heißt :-)))!



Donnerstag, 8. März 2018
Bis an´s Ende der Welt!
06.03.2018
Sybille ist soeben Heim geflogen. Der Flug wird mit Unterbrechungen ca. 3-4 Tage dauern. Fast einen Tag in Buenos Aires Aufenthalt und in Lissabon umsteigen. Aber dann ist sie daheim in Reutlingen und wird von der Familie abgeholt. Ja, deshalb schreibe ich das hier, es kommt einen schon schwer an, nach langer Zeit und auf so engem Raum und mit so vielen Erlebnissen plötzlich alleine am Ende der Welt zu stehen. Das Knie schmerzt immer noch, so dass ich nicht richtig laufen kann, und es besteht fast keine Möglichkeit nach Hause zu gehen. Dieses besteht natürlich noch in der Familie und den Freunden, aber ein Materielles zu Hause in Form einer Wohnung, einem Schlupfwinkel, gibt es ja nicht mehr. Und das WoMo kann man ja auch nicht einfach stehen lassen. Da würden die Behörden durchdrehen. Also muss ich, trotz einer momentanen Reisemüdigkeit, durchhalten. Das dieser Punkt einmal kommen wird war ja voraus zu sehen. Und das Wetter tut ein Übriges. Es hat so um die 10 Grad und es stürmt beständig. Das nervt am meisten. Die Türen werden einem aus der Hand gerissen, Tag und Nacht schaukelt das Auto wie ein Ozeandampfer und es pfeift permanent sehr lautstark. Das nun seit mehreren Wochen! Aber das alles gehört eben zu einem solchen Unternehmen dazu. Also auf zu neuen Horizonten. Morgen muss ich noch nach 16 Uhr Wäsche aus der Wäscherei in Ushuaya abholen und dann kann es weitergehen. Alleine! Geplant ist wieder über den NP Paine und den Fitz Roy nach dem Ort Porito Moreno (nicht dem Gletscher) und von dort über die Anden zur Austral und in die deutsche Stadt Puerto Mont zu fahren.
An Sybille: Der Alte Schmuggler schmuggelt sich hervorragend ein. Besser als meiner. Nochmals Danke! Und, die Idee hätte ich längst haben können, ich habe für die Heizung einen Arbeitshandschuh von vorne genommen. Und ich höre Musik: „Kling Klang, die Straßen werden so lang“. :-)))! Und heute früh, oben im Hochland, hat es nach Schnee gerochen.
Aber nun erst einmal zu dem längst überfälligen Bericht!
Bis an´s Ende der Welt!
Also gut, ich versuche es mal. Ich habe euch ja in Bariloche verlassen. Die Stadt ist ja ganz schön, aber sowohl die Tourist Info als auch zwei verschiedene Polizistinnen haben uns dringendst eingeschärft ja das Auto nicht alleine stehen zu lassen. Die Polizisten haben sogar am geparkten Auto gestanden und aufgepasst. Erst dachte ich ja die wollen nur die WoMo Touries abschrecken, aber dann haben wir einen PKW gesehen wo die Tür offenbar mittels Geißfuß aufgehebelt und dadurch total zerknittert war. Danach haben wir die Stadt gemieden. Ich war dort beim Arzt wegen der Knieschmerzen. Ein Erlebnis für sich. Die erste Arztpraxis war in einer Bretterbude im Vorort. Der hat mich gleich wieder weggeschickt. Das Knie übersteigt scheinbar doch in der Schwierigkeit der Diagnose und Behandlung einen grippalen Infekt. Das zweite war das örtliche arme Leute Krankenhaus. Da hätte ich reingepasst, aber…erst habe ich auf dieser Schutthalden ähnlichen Baustelle nach einem Ansprechpartner gesucht. Und natürlich niemanden kompetenten gefunden. Man bedenke, die Sitzbänke für die Patienten haben durchgebrochene Bretter. Der Putz blättert ab. Die Toiletten…und über all dem ein seltsamer Gestank. Dann hat mir tatsächlich jemand beschrieben, wo die Anmeldung ist. Ich hin. Ein in oben beschriebener Manier eingerichteter etwa 30x30m großer Raum mit gefühlt 100 leidenden Leuten drin. Mit Kindergeschrei und Gestank. Das Fensterchen für die Aufnahme vergittert und geschlossen. Ich bin geflohen. Auf einem Gang kam dann ein offenbarer Arzt in blauer OP Montur. Der hat mich an ein anderes Krankenhaus verwiesen. Eine private Klinik. Ähnlich unseren Ärzte Häusern. Die war dann ganz gut. Aber erst mal die Kreditkarte durchziehen. Sonst geht gar nichts. Trotz dem der Laden auch voll war, ist er gut organisiert. Nach ungefähr 10 min. war ich dran. Die haben Ultraschall Bilder gemacht und 3 Ärzte haben mich angeschaut. Am Ende hieß es, dass die Muskeln unter der Kniescheibe gedehnt und evtl. abgerissen wären. Ich solle Kühlen und alles ruhig halten. Ha ha. Im Camper. Dann kam der etwas schnippige Tipp, ich könne ja das Knie im See kühlen. Das Ganze hat dann ungefähr 160 Eus gekostet. Die habe ich mittlerweile sogar von der Auslands Krankenkasse wieder. O.K., wir sind weitergefahren. Und es schmerzt immer noch. Hoffentlich ist es nicht doch wieder der Meniskus. Ja-jahhhh, ich höre ja schon auf rum zu heulen. (Das alles war am 8.2.)
Jedenfalls ging es immer weiter nach Süden. Tagelang. Die Einzelheiten erspare ich uns lieber. Über die Stadt Porito Moreno (nicht den Gletscher) nach Tres Lagos. Dazwischen sind 130km aller übelster Schotterpiste. Die Kiesel haben so bis zu 20cm Größe und es sind natürlich alle Größen vorhanden. Das Ganze ist in etwa 20 bis 30cm tief. Das Auto schwimmt und driftet das es eine Pracht ist. Ständig trommeln Steine gegen Radkästen und Unterboden.



Und ständig muss gegen den verfluchten Seitenwind gekämpft werden. Man denkt die Karre kippt um. An diesem Tag haben wir nur ca. 150km geschafft. Ich war total verreckt in Tres Lagos. Motor aus und ab ins Bett. Das Knie hat auch jeden Kiesel rück gemeldet. ;-( Insgesamt haben wir bei der Fahrerei Unmengen von Tieren gesehen. Lamas, Emus, Gürteltiere, auch mal einen Anden Fuchs, Kondore usw. Dann haben wir El Chalten erreicht. Ein paar km vorher denke ich, ich sehe nicht recht. Steht doch auf der linken Seite in einem Parkplatz ein Orangener T3. Tatsächlich, es waren unsere Schweizer vom Schiff. Wir haben fast 2 Stunden gebabbelt. Und dann dieses Wahnsinns Panorama.
Links der Cerro Torre mit Anhang (Standthard u.s.w.),rechts der Fiz Roy!

Fiz Roy!

Der Stellplatz kurz vor der Stadt (100 Einwohner und 1000 Touristen???) ist gut. Mit eigenem Plumpsklo. Wasser gibt es gegenüber (und richtige Toiletten) in der NP-Verwaltung. Diese hat sogar ein kleines Museum. Am Stellplatz haben wir bisweilen Besuch vom Hausschwein. Es putzt im Handumdrehen etwa die Zuchinischalen weg. Es ist ein Handzahmes aber doch wildes Gürteltier.


Wir besichtigen natürlich die Gegend und Sybille macht mit zwei Ossis die wir da kennen gelernt haben, eine Wanderung.

Ich muss wegen dem Knie den Chauffeur spielen. Ich nehme mir vor, rück zu noch mal her zu kommen, falls das was bringt. Die Gipfel sind leider den Weltbesten Kletterern vorbehalten. Alles sau schwer und laaang! Aber eben weltberühmt. (Siehe Kompressor Route!)
Übrigens wurde El Chalten erst 1986 gegründet. Vorher war es eine richtige Expedition, da überhaupt hin zu kommen.
Dann kommt der Gletscher Porito Moreno dran. Mit der wesentlich größeren und touristischeren Stadt El Calafate. Der kalbt in den Lago Argentino. Ein schönes Schauspiel. Es knackt und grummelt vom Gletscher her. Und öfter fallen kleinere Eisbrocken in den See. Leider war der ganz große Eis Sturz bei uns nicht dabei. Aber es ist sehr spannend mit der Kamera auf die Gelegenheit zu warten. Auch wird man vom Parkplatz mit Bussen hin gekarrt. Dort darf man die Wege aus Stahltreppen nicht verlassen. Vor ein paar Jahren soll es wohl bei einem Eis Sturz um die 30 Tote gegeben haben. Die standen eben zu weit vorne.



Und der Park kostet wieder mal Eintritt. Das wäre in Deutschland undenkbar. Verschiedene Preise nach Herkunft. Leute aus dieser Provinz billig, aus Argentinien etwas teurer, und Ausländer werden abgezockt. Aber seht selbst.

Dann weiter am NP Torres del Paine vorbei. Wegen dem Knie, den Bergen total verhangen und dem Eintrittsgeld, vertage ich diesen auch auf die Rückfahrt. Und weiter geht es über Puerto Natales nach Punta Arenas. Dort fahren wir an der Magellanstrasse entlang bis es nicht mehr weitergeht (und laufen noch ein Stückchen weiter). Hier endet das amerikanische Festland.

Maggelanstraße


Hier hatte die berühmte Darwin Expedition ihr Basislager!


Südlich sind nur noch Inseln. Und weiter geht es mit der Fähre über die Magellanstrasse und nach Cerro Sombrero. Die warme Dusche in der dortigen Tourist Info wird bei iOverlander als die beste im Umkreis von Tausenden Km angesagt. Also nichts wie drunter. Mit warmen Wasser. Das solls ja auch noch irgendwo in der Welt geben. Zufällig ist hier ein Volksfest im Gange. Mit Gauchos die vom Gaule aus Singen. Ein Ohrenschmaus sage ich euch!

Hier buch Sybille ihren Flug zurück nach Stuttgart. Dadurch, dass sie mit einem Inlandflug nach Buenos Aires für etwa 180Eu trickst, und von dort für ca. 600Eu über den großen Teich (mit umsteigen in Lissabon) kommt, geht das recht billig. Normal kostet Ushuaya- Stuttgart etwa 1800Eu!
Irgendwann erreichen wir dann Ushuaya (am 27.). Wegen der Toiletten und der schönen Aussicht entscheiden wir uns am Flughafen zu Campen. Da laufen lauter Karnickel (Tausende?) rum. Und die Raubvögel dazu auch gleich. Ich glaube das sind Schopf Kara-karas. Und nun besichtigen wir diese Stadt, besorgen wichtige Wege wie etwa Uhrmacher, Wäsche waschen lassen, Batterien besorgen usw.. Und auch die Straßen werden bis es nicht mehr weitergeht abgeklappert. Etwa über die Museums Estanzia Haberton bis zur Estanzia Moab (einfache Strecke etwa 100km Schotterpiste). Dort geht es wirklich nicht mehr weiter.
Ushuaya mit den zwei Gletschern die wir besuchten.


Sturmschief gewachsen.

Das ist das für uns erreichbare Ende der Welt!
Am Beagel Kanal. Freilich kann man Schiffs Ausflüge noch weiter raus buchen. Auch zu Pinguin Inseln. Aber das ist wegen den Reichen Touristen die für Tausende Dollars die Antarktis gebucht haben, zu teuer für uns.
Und auf dem Rückweg sind von den Straßenerschütterungen die Stahlbänder vom Geweih abgerissen. Ich denke so während der Fahrt „Warum hängt das Ding denn so schief???“, gehe nachschauen, und tatsächlich auf der Fahrerseite total abgerissen! Also Schweißen in Ushuaya. Zum Glück habe ich Kabelbinder und Klebeband dabei. Das hilft erst mal fast immer.
Feuerländige Steinwetter Anzeige.

Antarktis Ausflug.

Hüttendach Reparatur.

Und die Welt ist doch so klein.

Claro!Immer genug Panzerband dabei haben.

Übrigens noch ein paar Erklärungen zum letzten Eintrag. Der „Tannenbaum“ ist die Anden Tanne. Ein Überbleibsel aus der Dino Zeit. Das Grün ist später wie bei Palmen ganz oben auf einem langen Stamm. Damit die Saurier nicht alles abfressen. Die abgestorbenen Bäume in Patagonien sind nicht wegen Umweltdreck Tot. Diese können nur bis zu einer bestimmten Größe überleben, wegen dem ständigen Sturmwind. Deshalb sind auch alle nach einer Seite schief gewachsen. Die Lamas sind Guanakos, was das selbe ist. Und die roten Blumen sind ein Riemenblumen Gewächs. Was auch immer das sein soll. Die Eidechse heißt auch Smaragd Eidechse und die grünen Papageien Smaragd Sittich. Der südlichste Papagei den es gibt. Sonst gibt es noch den Anden Schakal, auch Zorro der Anden genannt. Wir haben ihn gesehen, aber der ist so schnell und gut getarnt das wir ihn nicht auf das Bild bekommen haben. Und eine sehr seltene chilenische Beutel Ratte.
Heute ist also schon der 8.3., und ich bin auf der Fahrt zurück nach Norden. Zuerst zur Dusche in Sombrero :-)!
Also bis denn-denn!
Grüße vom Ende der Welt sendet Alex.



Montag, 12. Februar 2018
Einladung
Hallo! Jetzt nur mal ganz kurz in eigener Sache. Sybille muss so ungefähr am 15.3. nach D fliegen in einer Familienangelegenheit. Sie wird, je nach Absprache, 1-2 Monate dableiben. Das bedeutet also, dass ich wiedermal für diese Zeit einen Platz frei habe. Sollte also jemand Interesse haben, mit mir ein Stück Süd America anzuschauen, dann bitte melden. Entweder hier im Blogg oder per Mail oder Tel.. Die Verbindungen möchte ich hier nicht der Öffentlichkeit bekannt geben. Sie sind ja auch so bekannt b.z.w. leicht heraus zu bekommen. Wer zuerst kommt malt zuerst, wie immer. Es ist ja leider nur ein Platz frei. Ich werde dieses Angebot auch in das Weltreiseforum stellen.
Also bis denne, Alex.



Mittwoch, 7. Februar 2018
Und wieder über die Anden!
7.2.2018
Holla! Hier ist wieder euer aktuelles Camper Studio, schon wieder aus Argentinien, mit einem Bericht aus Chile!
Wir sind also über Pichilemu und die Pan Americana mit mehreren Übernachtungen nach Temuco, der Hauptstadt der Region Araucanien gefahren. Neben der Pan Am habe ich in einem Bach Badend beinahe, durch meinen reizenden Buddy, Unfälle verursacht. Aber nur beinahe :-)))!
In Temuco waren wir neben der Stadtbesichtigung in dem Museum für die Mapuche Indianer. Eben denen, die die Spanier verjagt hatten. Auch wollten wir den berühmten Markt besuchen. Aber der ist leider abgebrannt. In der gesamten Region gibt es sehr viele Deutsche. Mit Sportanlagen und Krankenhäusern und Geschäften, eben fast allem, mit Namen Aleman. Bier können die. Aber sonst…wissen die, wie überall in S-America, nicht wie was Schmeken muss. Z.B. sind Wiener und Senf nicht nach unserem Geschmack. Kaffee und selber drehe Rauchzeug oder Pfeifen Tabak sind auch schwer zu bekommen. Saure- Gurken eigentlich gar nicht. Eigentlich. Ich habe einen Specht Gurkentopf gefunden und gekauft. Den habe ich aber zu gelassen bis hier nach Argentinien, damit der Zoll Hund nichts riecht. Bei Temuco hatten wir einen ganz guten Stellplatz in der Nähe eines alten Fußballplatzes. Dort haben wir uns mit einem ganz netten Hund, der ein Halsband hatte, angefreundet. Aber der hatte am nächsten Tag noch einen anderen Hund im Schlepptau, der echt räudig war. Die Haut hat sich bei dem schon angefangen ab zu lösen. Dann haben wir (schwache Gemüter bitte diesen Satz überspringen), den räudigen erwischt wie er unsere Fäkalien vernascht hat. Es war einfach zu ekelig. Dann haben wir gesehen wie der schöne Hund sich andauernd gekratzt hat. Wir haben uns gründlich gewaschen und sind abgehauen. Einfach wirklich zu ekelig!!!
Dann eine Nacht an der Brücke des Abflusses vom See Villarica in der Stadt Villarica und weiter ging es nach Pucon. Diese beiden Kleinstädte haben wir geflohen. Die sind so extrem touristisch vermarktet, dass es schier unerträglich ist. Ein Wahnsinns, absolut regelloser, Verkehr ohne einen freien Parkplatz. Überall Touristen bespassungs- Unternehmen. Vom Circus über Rafting bis Vulcan Anbieter, alles da. Und Teuer…Auf dem See Jet Ski und Banana- Riding. Die Strände schwarzer Vulcan Sand und Tausende von Leuten. Wenn man vorher in Wüsten war, ist das echt schwer zu ertragen. Allerdings wollte ich unbedingt Landkarten haben, um in der Umgebung handlungsfähig zu sein. Wir haben also das Auto einfach an einer Straßenecke auf dem Grünstreifen fallen gelassen, und ich bin in eine Buchhandlung rein. Das war der Hammer. Ich habe zwei Karten gekauft. Eine von hier und eine vom NP Torre del Paine. Für 6500 Peso das Stück. (1-720). Fast billig. Und nun haltet euch fest. Ratet mal von wo diese Wanderkarten sind. Da kommt ihr nie drauf! Vom Manni (Prof. Dr. Manfred Buchreutner, Leiter der Geodätischen Fakultät der TU Dresden)! (Ich hoffe das ist so Korrekt.) Wir kennen uns vom Bergfilmabend, und er hat der Lissy die Prüfungen damals abgenommen. Er ist Bergsteiger, aus Österreich, und lebt in Dresden. Die Feldarbeit haben freilich andere gemacht, die ich leider nicht kenne. Jedenfalls war das der absolute Hammer, hier im Buchladen eine Dresdener Karte zu finden. Aus der Karte hatten wir dann prompt die Anregung einer herrlichen kleinen Wanderung durch exotischen Wald mit Bambus und Fuchsien zu kleinen neben Kratern, wo Lava Blasen explodiert sind. Am Wege zahlreiche Eidechsen. (Mirador los Crateras).
Der Villarica

Wald mit Bambus

Tausende von Südamericanischen Superbundschillernd Eidechsen mitten auf dem Weg

und Fuchsien

Geplatzte Gasblasen in Lava


Lavaschichten

Dann gab es ein negativ Erlebnis mit Chilenischen N.P.. Wir wollten Eingehtouren im N.P. Huay dings bums machen. Fahren viele Km Gravel Road, bis die Schränke wieder mal ausgeräumt sind, und dann ein Gate mit N.P. Rangern. Pro Person Eintritt plus Auto und Übernachtung im N.P. kosten umgerechnet für einen Tag!!! ca. 120€ Eintritt. Wir haben denen einen Vogel gezeigt und sind zurückgefahren. So kann man die Natur auch schützen. Mit Aussperrung von Otto Normalverbraucher. Ich war Sauer! Wir haben dann mit iOverlander einen schönen gratis Stellplatz mit bade Fluss in Villa San Pedro gefunden. Gut so.
Ein besonders großer und gefährlicher schnellschwimmender Anden-Flußfisch

Am nächsten Tag hat es seltener Weise geregnet. Wir hätten also völlig umsonst gezahlt. Dann habe ich entschieden den „Volcano Villarica“ ohne Vorbereitung einfach so zu machen. Wir sind also über Shit Graval Roud´s zum Ausgangspunkt in einem Ski Gebiet am Vulcan, gefahren. Dort haben wir eine ruhige Nacht alleine verbracht. Ich betone das extra.
Gaucho

Am 31.1. war es dann so weit. Ich bin alleine (Sibylle hat vernünftigerweise verzichtet.), früh um ca. 6.00 Uhr losgegangen. Im Dunkeln, ohne den Weg zu kennen. Aber das war relativ einfach, wegen der Ski Lifte. Ein komisches Ski Gebiet ist das. Es gibt weder Kassenhäuschen noch kartenkontroll- Automaten oder ähnliches. Aber wie die Bilder bestätigen, das Zeug an Seilbahnen würden selbst die Czechen verbieten!
Erfolgreich reparierter und für den Betrieb freigegebener Seilbahnfeiler

Bergstation

Als ich etwa 100m unterhalb der Bergstation haltgemacht habe, setzte sich das Monstrum plötzlich in Bewegung. Und, ohhhhhh Schreck, an der verfallenen Bergstation standen plötzlich vor mir Hunderte von Leuten.

Weiter oben

Regelrecht Uniformiert, in geborgter Ausrüstung von Professionellen Anbietern. (Zugegeben, ein paar wenige sind auch gelaufen. Etwa 450hm!) Dann kam der Hammer. Uniformierte Park-Ranger wollten mich zurückschicken! Ich wäre ja nicht registriert! Und überhaupt, ohne Führer an einem solchen Berg……..Wouhhh! Ich habe denen was erzählt von ……………..bla-bla! Dann kam ein Bergführer dazu der das Spektakel beobachtet hat, und etwas (wie ich) Englisch kann. Der hat dann scheinbar den Park-Rangern erklärt, was ich doch für ein Bergrettungsdienst und Feuerwehrheld sei, und ich schon wüsste was ich tue. Darauf hin, wollte der Park-Ranger einen Dienstausweis sehen! Gut, so was habe ich ja. Also bitte alle die damit ein Problem haben, jetzt mal eine Zeile Überspringen!!! Ich habe ihm, so lächerlich wie das Klingt, den Feuerwehr Dienstausweis von 1989 gegeben. Da steht ja hinten auch auf Spanisch drauf, das ich unter dem Schutz der Genfer Konvention stehe, und mir jeder helfen soll! Jedenfalls war des Rangers einziges weiteres Problem mein Helm. Es ist Vorschrift: Steigeisen, Eispickel, Helm! Sonst kein Zutritt.

Steigeisen hatte ich ja im Rucksack, aber Helm? Der lag eben im Auto. Also Bla-Bla-Bla-zu faul zum auspacken usw..! Dann schnell Gorre- Jacke und Kapuze an, damit ich anders aussehe, und einfach untergetaucht. Es waren ja genug Leute da. Als ich ein paar hundert Meter um die Ecke war (Die Führer haben da Crash- Kurs im Umgang mit Eispickel abgehalten!), war das also geklärt. Dann ging es im Pulk mit geschätzten 300 Mann den Vulkan hoch. Wie immer haben mich junge schnell Läufer überholt. Aber wie immer bin ich ein paar Kehren weiter wie eine Dampflock wieder vorbeigezogen. Die waren fast alle nicht eher oben als ich. Jedenfalls ist der Villarica der Aktivste Vulkan Americas. Der ist erst vor 3Jahren ausgebrochen. Der eine Führer hat mir ein Handy Video mit Lava Strömen gezeigt. Schauerlich schön. Dann habe ich oben in 2875m Höhe in den Krater geschaut. Leider war kein einziges rotes glühendes Pünktchen zu sehen.

Nur, je nach Windrichtung, hat es fürchterlich nach Schwefel gestunken. So, dass man die Flucht ergreifen musste. Ein paar von den geführten hatten ja Atemmasken mit. Aber nicht viele. O.K., also wieder runter. Da gab es die nächste Überraschung. Bergsteigen auf Chilenisch ist eben doch etwas anders. Von weitem hatten wir schon seltsame Rillen am Berg gesehen. Wir dachten das seien Schmelzwasser Rillen. Denkste. Plötzlich hatten die alle so komische Plaste Sitze mit Stiel und Griff, wie das manche Kinder bei uns heutzutage zum Berg runterrutschen (Rodeln?) nehmen, in der Hand. Dann haben die sich in den Gruppen zu ca. 10 Leuten vor den Rillen angestellt. Ein Führer mit Funkgerät vorneweg, und als der heil unten war, und sein i.O. gefunkt hat, alle hinterher.

Die Rillen sind ausgerodelte Kanäle von etwa 0,5m Breite und 1m Tiefe. Da sind die alle einfach so runter geschossen. Und ich bin alleine Klassisch über die Schneefelder abgestiegen. Hoch zu habe ich mich schon gewundert, warum die Spur so gut ist. Dann war mir das klar. Die Zertrampelt keiner im Abstieg. Das war mein erster Aktiver Vulkan. Der Elbrus ist zwar auch einer, aber der ist ja tot. Ende gut alles gut. Ich bin total verreckt am Auto wieder angekommen. Aber das war ja schon vorneweg klar. Da hatten viele sich das leichter gemacht! Mit der Seilbahn 450 hm hoch zu gespart, und mit dem Rodel runter! Na Klasse.
Kurz die Zahlen: Aufbruch 6.00 Uhr in 1415m, Gipfel 14.00 Uhr 2875m, 17.30 zurück. Also 1450 hm hoch und runter in ca. 11h.
Unten

Am nächsten Tag sind wir dann ganz runtergefahren. Aber auch da gab es eine kleine Schrecksekunde. Es war ein ganz komisches Gefühl. Schlaglöcher auf solchen Straßen rumpeln ja entsetzlich. Man gewöhnt sich fast dran. Plötzlich fühlten wir, dass da kein Schlagloch war. Da war gar nichts unter dem rechten Hinterrad. Es ging einfach nur runter. Dann hat es gekracht und wir waren wieder oben. Ich habe angehalten und bin gucken gegangen. An dieser Stelle war die Straße unterspült und ist einfach unter uns weggebrochen.

Und die Schränke waren wieder mal leer.
Dann haben wir 2 Tage auf unserem Stellplatz in Villa San Pedro am Bach gechillt. Erst waren da noch 2 Deutsche. Die haben aber nicht viel gesagt. Dann kamen Chilenen aus Santiago mit Camper und Bootsanhänger. Die waren mit dem Camper in Patagonien. Wir haben uns an lustigen Basteleien erfreut. Erst haben wir versucht deren Chilenische Gasflasche bei mir an zu schließen. Das scheint also zu gehen. Gut zu wissen. Und Gasabnahmen gibt es ja hier nicht. Auf Grund der zahlreichen Belüftungsöffnungen werden wir wohl auch nicht mal im freien stehen, wenn es wuuupppp machen sollte. :-))). Dann habe ich denen die eine Dachluke gerichtet. Da sind die irgendwo hängen geblieben und der Blechdeckel war total zerknittert. Aber die nehmen eben so was alles sehr leicht. Die Anhänger Deichsel war scheinbar selber an das Auto geflickt. Mit nur einer Schraube, und das hat alles gewackelt. Dann beim Rangieren haben sie die Reling des Bootes in die Scheibe der Hintertür reingefahren. Na ja, für so nen Pille-palle gibt es ja Klebeband.
Jedenfalls haben die uns für abends noch eingeladen zum Segeln. Wir sind natürlich mit. Zum Lago Caburgua. Da waren wieder Massen von Leuten. Und o Schreck. Mit dem Mast und Segel aufbauen war das wieder so ein Ding. Vor allem die vertrackten Strippen und Knoten. Ich bin weggegangen und habe zu geschaut. Irgendwann, kurz vor Sonnenuntergang, schwamm das Ding dann wirklich im Wasser. Gott sei Dank hatten die ein Paddel dabei. Ich habe dann rück zu paddeln dürfen.

Na gut. Dann am Stellplatz, haben die Frauen noch was Schönes gekocht. Wir haben bis 2.30 Uhr getagt.
Am nächsten Tag gingen dann wieder die Knieschmerzen los. Dieses mal im linken Knie.
Am 3.2. sind wir dann weiter über den Pass „Mamull Malal“ (1253m)(Nein ich lalle noch nicht. Der heißt so!) gefahren.
Ganz seltsame Tannenbäume da oben

Und haben die Grenze passiert. Deshalb hatten wir kaum Lebensmittel dabei. Und es kam wieder über hunderte Kilometer kein einziger Tante Emma Laden oder so was ähnliches. Nichts, gar nichts. Noch vor Ladenschluss (der ist hier erst irgendwann nach 10 Uhr), haben wir dann doch noch einen Supermarkt am Abfluss des Sees von Bariloche erreicht. Und auch einen Super Stellplatz. Das Wasser hat in etwa (je nach Wind und Wellen) 20 Grad C. Was natürlich von bestimmten Wüstentauglichen Mitfahrern vehement bestritten wird! Und es ist Glas Klar. Man kann von der Straßenbrücke aus noch in geschätzten 10m Wassertiefe jeden Kiesel erkennen. Aber wegen der großen Kieselsteine (20cm ?) ist es ein ganz schönes geeiere in das Wasser zu kommen. Da hilft nur ein beherzter Flachköpper. (Das Knie schmerzt immer mehr.)

Und ein paar Fliegenfischer gibt es auch hier in der Abflussströmung sollen sich metergroße Monster Forellen und so was tummeln. Nur gesehen hat die keiner von uns.
Heute ist mittlerweile der 7.2.. Wir haben hier bis jetzt gefaulenzt und Knie geschont.
Übrigens schreibt Sybille auch einen Blogg.: si-reisemomente.blogspot.com.ar
Ach übrigens, hier auf Anforderung eines einzelnen Herren noch ein Selfi, ist aber noch aus Mtv. Wohlgemerkt, ich bin das große Blonde, nicht der auf dem Teutonen Grill.

Und Tschüß!



Dienstag, 23. Januar 2018
Über die Anden.
2018.01.21.Über die Anden.
Auch in der Sierra de Cordoba gab es nichts zum Klettern. Alles mehr oder weniger Schutt. Na ja. Und weiter ging es Richtung Osten. Wir erreichten den Nationalpark Chiflon wo wir in einem winzigen Dorf vor der Kirche gestanden haben.



Dort konnten wir den Condor beobachten.

Dann, nach 2 Tagen weiter in den Nat.- Park Talampaya (Valley de la Luna). Das Ganze hat sich gegenüber vor 10 Jahren, als Richard und ich schon einmal dort waren, und eine Vogelspinne Fotografieren konnten, drastisch verändert. Es ist so touristisch vermarktet worden, dass selbst die Vogelspinne geflohen ist. Wir haben das selbe getan.

Dafür konnten wir später einige wilde Lamas beobachten. Keine gezüchteten Alpakas wie die in den Hochlagen von Bolivien, sondern die viel größeren richtigen Lamas.


Kakteen



Dann haben wir einen Blick auf den 6250m hohen „La Mejcana“ in der „Sierra de Famatina“ werfen können. Ich habe mich natürlich in der Information nach Besteigungsmöglichkeiten erkundigt. Die haben natürlich nur mit den Schultern gezuckt. Keine Möglichkeit den Berg auch nur zu erreichen. Bestenfalls könnten wir einheimische Führer mit Maultieren mieten. Aber bei unserer Finanzlage… unmöglich.
An unserem nächsten Schlafplatz, einem „Mirador“ (Aussichtspunkt), haben wir zwei Deutsche Womo Fahrer getroffen, und natürlich über alles Mögliche gefachsimpelt. Diese sagten uns, dass der von Seebridge verkaufte Gas Adapter auch nicht funktioniert. Das nächste Gastanken gehe erst in Ushuaia (Feuerland).
Nun ging es sehr abenteuerlich in die eigentlichen Anden. Zugegebener maßen haben wir den „Passo Aqua Nero“ unterschätzt. Aber es war spannend. Die anfängliche erstklassige Asphaltstraße hört bald auf. Man plant da einen Tunnel nach Chile zu graben. Aber der ist noch nicht mal angefangen. Also gibt es auf beiden Seiten nur diese paar Kilometer Straße. Dann ist sehr steile Schotterpiste angesagt. So steil, dass man nicht stehen bleiben mag, aus berechtigter Angst, nicht wieder los zu kommen. Es geht permanent steil hoch und drüben in Chile wieder runter. Aber nun ein paar Zahlen zum Verständnis des Ganzen. Die beiden Grenzstationen zwischen Argentinien und Chile liegen 118km auseinander. Die Strecke ist etwa 150km lang. Wir sind fast 10 Stunden non Stopp gefahren. Der Pass ist nur etwa 3 Monate im Jahr geöffnet. Und der Hammer, er ist etwa 4750m hoch. Eine der höchsten fahrbaren Straßen überhaupt. Also sind wir mit dem Auto über den Mt.-Blank gefahren. Bei dieser Beladung. Echt grenzwertig. Andere berichten das gleiche. Wegen dem mangelhaften Sauerstoff wird man schlapp und schwer-atmig. Man muss sehr hochtourig fahren, damit der Turbolader genügend Luft in die Verbrennung pumpt. Der Motor wird dabei wegen der geringen möglichen Geschwindigkeit zu wenig gekühlt, und dadurch heiß. Man will also zum abkühlen anhalten. Aber das geht nicht so einfach. Es ist so eng, dass man bei Gegenverkehr kaum ausweichen kann. Und an den Abgrund traut man sich kaum. Das ist alles abrutschbereit. Nach überschreiten der Chilenischen Grenze (Die haben uns einen Schnüffelhund in das Auto geschickt. Dieser hat tatsächlich meinen letzten Zipfel Salami, den ich extra aufgehoben habe, und zwei rohe Eier entdeckt. Mist, wir mussten das wegschmeißen. Wir hatten vorher auf Formularen angekreuzt, dass wir keine Lebensmittel dabeihaben.) erreichten wir ziemlich fertig Vicuna und einen Tag später La Serena am Pacific.
Regenrinnen

Büßerschneefelder

Strasse





Pass

Chile

Wein

Der Stille Ozean

Nach einigen weiteren Übernachtungen teilweise direkt am Strand, sind wir durch Villa Alemana (Wo man mir wiedermal das rechte Rücklicht kaputtgefahren hat.) (Es ist mit noch mehr Klebeband geflickt als vorher.), Vina del Mar und Valparaiso bis hierhergekommen.
Valparaiso


Wir stehen jetzt auf einer Klippe über dem Strand Laguna Verde. Sehr schön, aber auch abenteuerlich zu erreichen. Durch eine neu entstehende Stadt aus Bretterbuden muss man auf staubigen Lehm Pisten durch einen dichten Wald hierherfahren. Das Ganze hat wirklich Wild- West- Charakter.

Übrigens gibt es eine sehr empfehlenswerte App in der wilde Camper Stellplätze usw. verzeichnet sind. Die müsst ihr euch mal anschauen. Sie heißt „iOverlander“!
Zu den in Argentinien zu findenden (und bis nach Chile reichenden) kleinen Altären mit den vielen vollen Wasserflaschen rund herum, gibt es eine Geschichte. Im Bürgerkrieg von 1841 wollte eine Frau mit dem Säugling ihren Mann suchen. Sie wollte die Wüste durchqueren, hat es aber nicht geschafft, und ist verdurstet. Maultiertreiber fanden die Leiche, aber der Säugling hat noch gelebt und wurde gerettet. Die Frau ist zur heiligen im Volke geworden. Sehr zum Ärger der Katholischen Kirche. Speziell die Trucker verehren sie als Schutzheilige. Deshalb werden ihr volle Wasserflaschen als Opfer dar gebracht.

Und unser kleines Königreich bewegt sich weiter in Richtung Araukanien. Dieses Volk ist auch sehr interessant. Es war das einzige Indigene Volk was den Spanischen Eroberern ernsthaft Paroli geboten, ja sie sogar verjagt hat. Im 19.Jh. haben die sogar versucht, ein Königreich von Araukanien und Patagonien zu gründen. Bitte bei Wicki nachlesen.
So, nun ist mein Akku wiedermal verschrieben.
Bis denn-denn,
Alex.



Donnerstag, 11. Januar 2018
2018.01.11.
Hola! (wird olla gesprochen)
Heute ist also schon wieder der 11.1.! Sorry, aber aus verschiedenen Gründen konnte ich nicht eher schreiben. Erst war da der Autostress zwischen den Feiertagen wegen der Abholung, und dann der des Einräumens und Fahrtauglichkeit wieder Herstellens danach, und dann einfach keine Gelegenheit. Mittlerweile ist also schon wieder mal einiges passiert. Aber der Reihe nach.
Weihnachten ist also gut verlaufen. Es wurde gekocht und gebrutzelt, und die anwesenden Leute waren auch durchwegs Klasse.

Wir mussten wegen der Lage der Feiertage, das Auto noch vor Sylvester haben. Damit wir die nächsten Tage nicht auch noch festsitzen sollten, und Quartier usw. bezahlen mussten, war das wichtig. Und es hat geklappt. Aber welch ein Aufwand war da noch nötig. Von Grimaldi noch mal 100 Dollar zurückverlangt und bekommen (auch die Schweizer), das Original der „Bill of Ladding“ bekommen (Mit Stempel, was eigentlich erst gehen sollte, wenn das Schiff wieder auf See ist.), den Zoll klar machen usw.. Dabei hat uns der Verbindungsmann Eduardo Kessler enorm geholfen. Der hat zwar von jedem Auto 150 Dollar bekommen, aber er hat es geschafft 3 Ösis, 1 Schweizer und 1 Deutsches Auto an einem halben Tag vor den Sylvester Tagen durchzuschleusen. Hut ab. Der Mann hat richtig gearbeitet. Dabei muss man wissen, dass man hier am letzten Arbeitstag im alten Jahr den Terminkalender zerreißt und zum Fenster raus zerstreut. Vor 9- 10 Uhr fängt man da erst gar nicht an zu arbeiten, und geht so um 12 Uhr wieder heim. Eduardo hat uns alle bis ca. 15.30 Uhr durch gelotzt. Das wäre alleine unmöglich gewesen. Der hat es geschafft, dass die Beamten vom Zoll nicht Heim gegangen sind.
Einen Tag vorher ist die „Grande Africa“ tatsächlich eingelaufen. Am 16.12. sollte sie eigentlich da sein. Na ja….Wir waren jedenfalls sofort im Hafen. Da es niemand verboten hat, bin ich einfach mal in das Schiff rein spaziert (der Schweizer Denis mir dann nach), und wir haben die Autos gesucht. Und unversehrt gefunden. Am nächsten Tag standen sie dann draußen beim Zoll.

Die 2 Schweizer Chorin und Denis vor der höhle der Autos.

Alles Versiegelt mit rotem Klebestreifen vom Zoll. Wir haben die Autos dann übernommen. Außer diversen Kollateralschäden war das Wesentliche i.O.. Z.B. gingen die roten Klebereste der Siegel nicht richtig ab. Mein Sofa Kissen (mit nigel nagel neuem Bezug), war verschimmelt. (Ich habe es weggeschmissen.) Diverse Holzteile waren in beiden Autos leicht verquollen. Das alles ist sicherlich auf die bei dem Hamburger Mistwetter eingefangene Feuchtigkeit, die dann am Äquator natürlich im total überhitzten und unbelüfteten Innenraum des Schiffes und der Autos reagiert hat, zurück zu führen. Das nächste große Problem war das befüllen der Gasflasche. Wir haben sie zwar nach den Feiertagen in Mtv. befüllt bekommen, aber einen passenden Adapter für die nächsten Füllungen haben wir bis jetzt nicht.
Jedenfalls haben wir eine erste Nacht nach Tanken und Einräumen an einem Leuchtturm mitten in Mtv. im Auto verbracht. Dann sind wir nach Norden entlang der Küste gefahren. Erst mal nach „La Paloma“, einem sehr schönen Ort am Atlantic. Wir haben um einiges außerhalb übernachtet.


Auf der dortigen „Gravel Road“ habe ich den ersten Steinschlag Macker in die Windschutzscheibe kassiert. Sehr ärgerlich, aber mittlerweile gibt es noch mehr Schrammen. Z.B. bin ich mit dem Rück- Arbeitsscheinwerfer an einem Ast hängen geblieben. Ist aber wieder gerichtet.
An diesem Platz war Landseitig eine Lagune mit schwimmenden Häusern und mit „Kait Surfern“, und auf der anderen Seite das Offene Meer.

Hier ist wenigstens die Schlamm Brühe vom Rio de la Plata endlich weg. Ich wollte also endlich meinen „Flachköbber“ machen. Ich stand alleine am weiten Meeresstrand, Nackig, bereit zu springen! Aber von nahem betrachtet waren die Wellen plötzlich genau so hoch wie ich. Der Rücksog der Wellen hat mich fast umgerissen. Und eine Typische Abbruchkante unter Wasser war auch vorhanden. Von den Gedanken an Haie, Orcas oder spanischen Galleren mal ganz abgesehen. Ich gestehe, ich bin umgedreht und habe mich unverrichteter Dinge wieder angezogen.
Am 31. haben wir in den Dünen ein paar km vor dem Nationalpark „Cabo Polonia“ gestanden, und dort schon so ca. 22.00 Uhr gepennt. Also haben wir tatsächlich Silvester verschlafen. Davon war auch gar nichts zu merken.
Jedenfalls sind wir dann am nächsten Tag, dem 1.1. nach „Cabo Polonia“ gefahren. Wo der „Flachköbber“ endlich stattgefunden hat. Das ist eben ein Nationalpark. Man muss das Auto am „Gate“ parken und dann per LKW Gelände Bus durch die Dünen ca. 6-8 km fahren. Für normale Autos gibt es da keine Changse. Tiefer Sand verhindert alles. Aber schaut euch die Autos an die hier fahren. W50, LO2000, UAZ, sind neben wenigen Amis normal! Die müssen wohl 1990 die NVA aufgekauft haben.



Oben schaukelt es natürlich wie auf einem wild gewordenem Gaul. Wenn man nicht unfreiwillig absteigen will heißt es wirklich festhalten.
Cabo Polonia ist eine Hippy Siedlung. Mit vielen urigen Kneipen und herrlichem Strand. Man läuft überall barfuß im tiefen fast weißen Sand. Wie überall in Uruguay stinkt es hier und da nach Marihuana Rauch. Ist ja völlig legal hier. Abgesehen von ein paar Musikern die die friedlichen Biertrinker mit ihrer Kunst beglücken wollen, geht es eher ruhig zu. Außer ein paar Touristen mit Kamera. Aber diese bringen eben das Geld her (wie wir auch…).





Tote Robbe am Strand.
Dann am 2. haben wir endlich in Mtv. die Gasflasche gefüllt bekommen. Nur einen Adapter gab es auch hier nicht. So ist das Problem nur bis zur nächsten Füllung rausgeschoben. Und diese wird höchst wahrscheinlich in Patagonien zu erwarten sein. Na mal sehen. Da müssen wir uns noch was einfallen lassen.
Also ging es weiter nach „Colonia del Sacramento“. Eine mittelalterliche Portugiesische befestigte Stadt. Sehr sehenswert die Altstadt. Am Plate gelegen, Jahrhunderte alte Häuser, kleine Museen, üppige Blütenpracht überall, Straßen Lokale. Wir sind gleich 2Tage dageblieben.




(Tisch im Restaurant)

Weiter ging es also Richtung Argentinien. Am 5.1. haben wir in Paysandu problemlos die Grenze überquert. Natürlich muss man wieder zum Zoll. Man wird in Uruguay ausgetragen und ein Zoll- Formular einbehalten, und in Argentinien angemeldet und mit einem neuen Formular beglückt. Die kontrollieren schon, dass man nicht zu lange im Lande bleibt. Ich glaube max. 3 Monate als Tourist sind erlaubt.
Wir haben also alle großen Ströme außer dem Amazonas, die es in Süd America gibt, überquert. Den Rio Negro, den Rio Uruguay und den Rio Parana. Am Parana hatten wir noch ein kleines Erlebnis. In Villa Urquitza (Das ist ein General der im 18 Jh. Argentinien vereinigt hat, und dann Präsident war bis er von seinem Stiefsohn? ermordet wurde.), wollten wir übernachten. Da ja hier noch Feiertage waren, war der Campingplatz voll, laut und dreckig. Wir also weiter. Irgendwo im nirgendwo, nur Feldwege gingen da hin, fanden wir ein schönes Plätzchen oberhalb der etwa 200m hohen Uferböschung des Parana zum Schlafen. Das ging auch bis ca. 1 Uhr in der Nacht gut. Da weckt mich die Sybille plötzlich. Natürlich hatte ich nichts gehört, aber sie! Draußen stand ein Pick Up von einer speziellen Krisen- Interventions- Polizei Truppe. Drei schwer bewaffnete in Tarnanzügen hatten uns umzingelt. Dann klopfte es an der Tür. Wir also raus. Unter Einsatz seiner beeindruckenden Pistole als Demonstrationsmittel, erklärte mir der ober- Bulle das es hier zu gefährlich zum übernachten sei. Es hätte hier Überfälle mit Waffengewalt gegeben. Na ja, wir fanden das alles etwas dick aufgetragen. Jedenfalls haben die die normale Dorfpolizei herbestellt, und diese hat uns dann zurück zum Campingplatz begleiten müssen. Der sei sicherer. Ha-ha! Aber alle waren ausgesprochen zuvorkommend, höflich und nett. Selbst am nächsten Tag haben wir noch mit dem Officer von der normalen Polizei geplaudert. Wie immer wieder bestaunt eben alle Welt unser Gefährt. Und dadurch war der Campingplatz für uns umsonst. Wir haben nichts bezahlt.


Die wird mit Handkurbel betrieben!

Teilweise auf zig km gräßlicher Strassenzustand, so dass man das Gefühl hat danach alle Schrauben nachziehen zu müssen!
Ein unterschätztes Problem war das besorgen von Argentinischen Peso. In Buenos Aires geht das noch eben so, aber auf dem flachen Land??? Nichts zu machen. Wieder an jedem Automaten Schlangen von 5 bis 20 Leuten. An Feiertagen alles zu. Keine Dollar Auszahlung, wie in Uruquay zu haben, möglich. Und wenn man dann dran kommt sagt der Automat „hä-hä-hä- keine Zahlung möglich, ich habe selber nix, oder ich mag keine Visa/Master Karten“. Es ist zum „Mäuse melken“! Aber irgendwann habe ich für tolle Gebühren 2000 Peso erhalten (ungefähr 1:22 zum €).
Jetzt befinden wir uns in Miramar. Dem einzigen Ort an der „Laguna Mar Chiquita“. Das ist der 5 größte See der Welt mit einer Fläche von etwa 2000 Quadrat Kilometern und Salzwasser. Eine der wichtigsten Stationen für Flamingos und Zugvögel. Wir besichtigen das Ganze und chillen zum Null Tarif ein paar Tage hier. Wir fahren nämlich wieder mal unserem Einkommen voraus.

Flamingos, der Faulschlamm am Rande stinkt erbärmlich, aber man badet hier. Das Wasser trägt auch nicht Schwimmer ausgezeichnet (wegen dem Salzgehalt).
Gut also für dieses Mal. Mein Akku gibt gleich den Geist auf und es gibt auf unserer Wiese keinen Strom.
Also bis später, Grüße sendet Alex.
Und schon wieder sind wir etwas weiter. In einer Tanke habe ich WiFi gefunden. Vor Cordoba das wir weiträumig umfahren haben, war die Hitze schier unerträglich. So 38 Grad rum. Das hat dem voll beladenem Auto gar nicht gefallen und die Temperatur des Motors ging immer dem roten Bereich zu. Also Fenster auf und Heizung voll an. Schrecklicher Backofen. Das Ganze hat sich dann in einem Gewitter entladen und ist etwas abgekühlt. Das Gewitter haben wir unter dem alten Dach einer verlassenen Tankstelle ausgesessen. Wie gesagt, diese überlandstrecken sind enorm langweilig. Immer zwischen Feldern und Kuhweiden geradeaus. Hunderte von Kilometern. Nach Cordoba sind wir gestern dann auf Schotterpisten und vom Gewitter abgesoffenen Feldwegen in die Sierra Chico gekommen. Dort, in ca. 1300m Höhe haben wir wieder auf einem schönen Campingplatz übernachtet. Nur eben wieder ohne Strom, Handy Netz oder WiFi. Jetzt geht es weiter in die bis zu 2800m hohe Sierra de Cordoba. Mal sehen ob da Bergmäßig was geht.
Und Tschüß.
Und wieder hat das online stellen nicht geklappt. Zum Verrückt werden. Die nächsten Bilder sind in der Sierra Chica. Leider ist das Konglomerat. Also nichts gutes zum Klettern. Ähnlich wie in Meteora.


Gewitter in der Sierra. Das sind Straßen, keine Flüsse! Alle suchen Schutz unter Dächern.




So, nu abor! Ende-aus...



Samstag, 23. Dezember 2017
Montevideo 22.12.2017
2017.12.21
Montevideo
Zunächst noch mal „sorry“ für die diversen Rechtschreibfehler. Wenn ich das im Nachhinein lese, fallen diese auch mir auf! Aber im Eifer des Gefechtes passiert das eben.
Von Weihnachten ist hier nichts in Sicht. Die haben hier an manchen Stellen Weihnachtsbäume aus Pappe und als Schnee Ersatz Watte drum rum. Weihnachtslieder bei 30-35 Grad sind schon sehr gewöhnungsbedürftig. Aber der Rummel hält sich hier sehr in Grenzen.



Das ist hier Weihnachttsmarkt.
Wir sind also in Montevideo. Die Ankunft der „Grande Africa“ hat sich schon wieder um 2 Tage nach hinten verschoben. Und das unverschämte dabei ist, dass wir jeden Tag auf See mitbezahlen müssen. Warum auch immer.
Jedenfalls haben wir zwei Schweizer kennen gelernt (mit denen Sybille schon in mail Kontakt stand). Die haben uns hier besucht, und uns angeboten, zu ihren Terminen beim Amt gleich mit zu kommen. Gesagt getan. Wir haben uns also vorgedrängelt. Und das war gut so. Wir konnten alles in ca. 6 h erledigen. Einwanderungsbehörde, Reederei, Zoll, usw... Und überall Schlangen. Am schlimmsten ist die Einwanderungsbehörde. Mit Nummer ziehen und hunderten wartenden. Ohne online Termin ein Unding. Aber wir haben unsere Papiere einfach bei den Schweizern mit untergejubelt! Und es ging! Jetzt müssen wir noch warten bis das Schiff den Hafen wieder verlassen hat, den Zoll Mann (von dem wir eine sogenannte Stock Nummer bekommen müssen) (ein richtiger Spaßvogel), und die Hafengebühren bezahlen. Und dann können wir losfahren! Hoffen wir jedenfalls.
Heute habe ich noch mal versucht Dollar zu bekommen. Das Problem ist, dass alle Behörden und Unterkünfte hier in Dollar bezahlt werden wollen. Es gibt zwar Geldautomaten an denen man scheinbar Dollar abheben kann, aber die sind oft lehr. Nur Peso. (In Argentinien überhaupt nicht. Da schreien überall Leute „Cambio“. Aber die wollen eben Dollar, nicht Peso.) Und an jedem Automaten stehen mindestens 10- 20 Leute Schlange. Wenn du dann dran bist, und deine Daten eingegeben hast, sagt der Automat „nicht möglich“. Das nervt wirklich. Wir brauchen noch ca. 600 Dollar Hafengebühr. Wenn wir die überhaupt bekommen, dann max. 200 auf einmal und mit 6 Dollar Gebühren. Mehr geben die überhaupt nicht raus. Aber jetzt ist alles im grünen Bereich. Nur müssen wir wirklich die nächste Zeit sparen. BA und Mtv. sind regelrecht teurer als Norwegen. Und die Pesos befinden sich im freien Fall. Vor 10 Jahren war das wirklich noch anders. Ein Vorgeschmack auf eine Wirtschaftskrise. Wie mag das wohl in der großen Weltwirtschaftskrise vor 100 Jahren gewesen sein? Das hier ist schon schlimm genug. Alles flüchtet sich in den Dollar.
Heute ist die „Grande Africa“ vor Montevideo. Weit draußen. Aber die fährt eben erst noch den Rio de la Plata hoch, bis Zarate, und legt erst auf dem Rückweg hier an. Also weiter warten.

Meine ersten frei lebenden Papageien.

Sogar einen kleinen Klettergarten gibt es hier. Nur bei der Hitze ist da niemand. Aber ca. 30? Wege und alle 2m Bohrhaken.


Plata bei Flut und gutem Wind.




Montevideo.

Dieser Urwald auf dem Dach ist hier normal. Erkennt Ihr die Pflanzen? Davon darf man hier 6 Stück besitzen oder soviel Zeugs in der Apotheke kaufen!

Die hostel Hunde sind gierig auf Pizareste. Die erinnern an den dreiköpfigen Hund bei harry Potter :-))).

Nudeln selber machen.


Und essen.


Wir hatten einiges zu lachen. Mich hat es richtig geschüttelt! Das auf dem Bild sind Innerreien und, haltet euch fest, Bullen Eier!!! Das gilt hier als Delikatesse. Ich habe dann ein richtiges Stück Fleisch für mich bekommen.
So.
Ich denke, dass ich mich erst nach Weihnachten wieder zu Wort melde. Hoffentlich haben wir dann das Auto und sind an das Meer rausgefahren. Evtl. nach Puerto Polonia? Mal sehen. Aber eher wird es wohl nichts neues und keine Gelegenheit zum Schreiben geben.
Also vorerst wünsche ich mal frohe Weihnachten und einen guten Rutsch.
Euer Schreiberling Alex.
P.s.: Komischerweise fehlt auf den Bildern der rechte Rand. Ich weiß nicht warum. Das kann ich jetzt nicht ändern. Sorry.



Freitag, 15. Dezember 2017
Gualeguaychu- Montevideo 15.12.2017
Ich bin also wirklich nach Gualeguaychu gefahren.

Aber natürlich war es wieder mal alles anders als gedacht. Der Bus hatte mehrere Stunden Verspätung. Da den richtigen (mit dem Gepäck) auf dem Busbahnhof auf zu spüren, war eine Nummer für sich. Zum Glück hatte ich nicht alleine das Problem. Hier ticken eben die Uhren anders. Jedenfalls ist der Bus mit mir drinnen dann in den abendlichen Berufsverkehr gekommen.

Ich war also erst mitten in der Nacht in Guadelaguychu. Zu allem Überfluss verträgt mein Handy scheinbar die Hitze nicht, so dass ich wiedermal mit Absturz zu kämpfen hatte (bzw. das Handy!). Ich wusste am dortigen Busbahnhof nicht mal die Himmelsrichtung. (Hatte ja kein Maps!) Aber es gab eine Tanke. Da habe ich nach dem Fluss, an welchem die Campingplätze liegen, fragen können. Immer da lang, durch die Stadt (ca. 100000 Ew.) war die Antwort. O.K., ich bin losmarschiert. Irgendwann war ich dann am Fluss, und bald auch am ersten Campingplatz. Der allerdings war inzwischen zum Golf und Schießplatz geworden. Ein netter Pförtner, mit großkalibriger Wumme, hat mich abgewiesen und weitergeschickt. Im Stockdunklen eine Sandpiste entlang. Ein paar alte Buden wo wirklich jemand gewohnt hat. Irgendwann kam ich an einem (so ähnlich wie bei uns) Empfangs Häuschen (Rezeption) an. Da war sogar noch jemand da. Ich habe mich für 100 Peso eine erste Nacht einquartiert. Es war alles schön leer, am Fluss gelegen, zwar Süd Amerikanischer Standard, aber sauber. Also alles i.O.. (Sorry Larssohn, aber du wärst da nicht mal Duschen gegangen, im Abfluss schwammen tote Kakerlaken und das Wasser kam aus einer der typischen Regentonnen auf dem Dach.) Sicher ist jedenfalls, dass das noch lebte. Zumindest bevor es mit meinem Duschwasser im Abfluss verschwunden ist. Jedenfalls habe ich mich aus Ermangelung besserer Ideen entschlossen noch da zu bleiben. Ich war auch zu faul noch mal umzuziehen. Am nächsten Morgen habe ich dann weitere Tage gebucht, und war baff erstaunt. Die kosteten plötzlich 300 Peso. Dann wurde es immer voller. Bis ich erkannte was da los war, war es zu spät. Es war ein Festival der Gaucho Musik. Mit mindestens 30 Bands. In Gaucho Tracht und so weiter. Die haben regelmäßig die nächsten Tage bis mindestens um drei Uhr gespielt!

(Der Junge mit den kurzen Seitenhaaren und Pferdeschwanz hat mich gefragt was ich von der SS halte. Die müsste wieder mal her. Ich habe gesagt dass man für solche Äußerungen in Deutschland eingesperrt wird. Da hat er nicht weiter gefragt.)


Das war nicht die große Bühne. Davon habe ich leider kein Foto. Da oben sind die Banos (Bade Zimmer).
Erst war es Super, aber irgendwann kam das Verlangen auf, die an Bäume zu binden, wie den Sänger bei Asterix (Troubadix?). Erst habe ich mich einladen lassen. War gut. Ich war der einzige Ausländer unter vielleicht 3000??? Fans! Groß und Blond. Die haben mich rumgereicht. Als ich dann noch Fernet mit Cola spendiert habe….Jedenfalls kam so eine Troubadix Band auf die sau Dumme Idee, mich auf die Bühne zu hohlen. Mit der Ankündigung „unser Alemanne!!!“ musste ich hoch. Bei ca. gefühlten 500-1000 Zuschauern! Und dann hieß es: „sag mal was zu den Leuten“. Ja was??? Ohne ein Wort Spanisch zu können. Da habe ich die Zuschauer gefragt wer etwas Englisch kann. Und tatsächlich kam eine junge Kirsche auf die Bühne, um zu dolmetschen. Habe dann ein paar Phrasen gedroschen, wie schön doch alles sei, und mich schleunigst wieder verzogen. Ein Tropengewitter ist auch mal niedergegangen. Es hat wie aus Eimern etwa 2 Stunden lang gegossen. Gott sei Dank war ich am Zelt. Ich habe drinnen gehockt und es am Gestänge festgehalten. Damit der begleitende Sturm nicht alles wegbläst. Leider hatte ich, im Vertrauen auf mein Zelt, keine Heringe eingeschlagen. Nur eine Strippe an einem Baum war angebunden. Dann schien wieder die Sonne als ob nichts gewesen wäre. Am 11. um 16.00 Uhr, hatte ich ja noch mal spanisch Kurs in BA. Ich hatte mir also eine Bus Fahrkarte für den Tag besorgt, am Mittag, bei der Hitze. (Leider war das der einzige Bus am Tag.) Also war ich am 10. an der Rezeption, um anzukündigen, dass ich ein Taxi bestellen möchte. Ich gestehe, dass ich zu faul war den Rucksack durch die ganze Stadt zu schleppen. Jedenfalls war die Frau entsetzt. Der Campingplatz schließe ja am 10. Und ich könne nicht länger bleiben, weil das Festival zu Ende sei. Ich habe jaaa jaaa gesagt. Und bin einfach dageblieben. Es hat niemanden gestört und ich war wieder alleine auf dem riesigen Platz. Aber ohne Taxi am 11., und es war heieieiß! (37 Grad sind normal!) Auf jeden Fall bin ich zeitig los, um die gröbste Hitze zu vermeiden. Der Bus war auch pünktlich. Aber nicht mehr in BA! Berufsverkehr. Dieses Mal nur eine Stunde. Aber diese bin ich zu spät zum Spanischkurs gekommen. Ich habe vorher angerufen und Bescheid gesagt. Gott sei Dank war meine Holländerin an der Rezeption da. Die deutsch spricht! (Und jetzt alleine nach Brasilien weiterreist!!!) Also alles gut. Bis auf……….

Das fährt noch!


Ich war auch einmal Baden! Bis dahin-


Ich hatte ja das Fähr Ticket für den Buckwebus. (Ps.: Habe noch mal nach mehreren Tagen was ordentliches essen wollen! Ich bin mehr zufällig in eine noble Bonzen Kneipe rein geraten. Die Befrackten „camarero“ (Kellner) haben mir die Tür aufgehalten. Die sonst zu geschlossen ist. Dann habe ich meinen Rucksack (Ihr kennt den ja, bis über den Kopf hoch und die Isomatte draußen dran!) in die Ecke geknallt, die Master-card gezückt, und die ganze Bande tanzen gelassen. Ich muss wie ein Bock gestunken haben, und die Klamotten, na ja. Jedenfalls hieß es „Si Senjor“, „Exzelent Senjor“ (zu meiner Bestellung),“Grazias Senior“, und am Ende konnte ich das Knoblauch Hühnchen mit Kartoffeln und einem Liter Bier nicht er fressen. Der Kellner hat das übrige von sich aus eingepackt. Davon habe ich noch einen ganzen Tag gezehrt!
Gut, ich bin also dann zum Buckwebus gegangen. Wieder (Und das ist immer wieder die leere der Geschichte.), zeitig genug! Ich habe also im Terminal meine Fahrkarte die ich ja wie Ihr wisst, schon in Frankfurt gebucht habe, vorgezeigt. Da haben die mich abgekanzelt. Meine Fahrkarte war von der Konkurrenz. Nicht von Buckwebus sondern von Colonia Express. Die wollten mir nicht mal den anderen Fährterminal beschreiben. Hab es aber natürlich rausbekommen. Ich weiß nicht genau, aber es ist ca. 6-8 km durch die Stadt zu laufen. Zu allem Überfluss war auch noch Staats besuch in BA da. Also alle möglichen Straßen um die Villa Rosa (Präsidenten Palast) abgesperrt. Das hat div. Umwege verursacht. (Die bauen da etwa 3m hohe eisen Tafeln auf, durchgängig, damit ja niemand in das Gebiet rein kann.) Wohlgemerkt, mittlerweile so 23. Uhr rum, voll gefressen, müde, mit dem Rucksack usw.. Es war nicht lustig. Dann war ich am anderen Terminal angekommen. Zwei Sicherheitsleute, wieder mit Großer Wumme, haben mich abgewiesen. Nachts geschlossen. Ich habe dann ein Stück weg auf einer Parkbank gepennt, oder wie man es sonst nennen soll. Mit Schlaf war jedenfalls nicht viel. Dort liegen zwei alte Dampfer die man als Casino Schiffe umgebaut hat. Also halli-galli die ganze Nacht! Und ein Sportplatz. Dort haben die wirklich so zwischen 1 und 3 Uhr in der Nacht Fußball gespielt und trainiert. Wegen der täglichen Hitze sogar verständlich, aber in dem Fall??? Ich habe übrigens sogar Isomatte, Pullover, Anorak und Schlafsack rausgeholt, so kalt und windig ist es geworden. Es liegt alles immerhin ziemlich frei zu Atlantik hin.

Meine Bank.
Und dann die nächste Überraschung! Die Fähre ist zwar los gedüst, aber leider nur gerade rüber über den La Plata. Nach Colonia??? Aber eben nicht nach Montevideo. Außer mir waren noch ein Pärchen und eine einzelne deutsche Backpackerin mit auf dem Boot. Daher waren wir uns dann einig, aussteigen zu müssen. Dann ging es per Bus weiter nach Montevideo. Ins gesamt ca. 4h. Und „last but not least“, der Bus fuhr zum Bus Terminal!!! Bull Shit! Nicht zum Fähr Terminal im Hafen. Wo ich, wohl wissend, die Unterkunft (wegen nur 8 min Fußweg vom Hafen) gebucht hatte. Scheieieiße! Das deutsche Pärchen war so nett und hat mich eingeladen, mich ein Stück bis zu ihrem Hotel (was fast bei meinem ist, nur noch 1.5 Stunde zu Fuß) im Taxi mit zu nehmen. Die haben eine Taxi App die weltweit funktioniert. Die heißt „uber“. Super Ding. Man sieht wo das Taxi ist, und das Taxi sieht wo der Kunde steht. Dann noch das Stückchen zu Fuß, und ich war in der jetzigen Unterkunft.

In der Unterkunft.
Also in der Reihenfolge: Vorstellen (Schlüssel und so), Geld holen (andere Peso), Bier und Essen holen, Wäsche ansetzen, Duschen, Wäsche aufhängen (übrigens mit Blick auf den Hafen wo die Grande Africa ankommen muss), Blogg schreiben, eeeeehhhnnnndlich im richtigen Bett schlafen gehen.
Gute Nacht aus Montevideo sendet euch euer Alex.
Wie das so ist habe ich den neuen Eintrag wieder ewig nicht online bekommen. Deshalb wieder gleich noch die nächsten Ereignisse! Am nächsten Tag bin ich abends mit dem Bus zum Flughafen gefahren. Sybille sollte ja 22.40 Uhr ankommen. Kam sie auch. Pünktlich. Ich habe sie also abgeholt und wir sind in die Unterkunft gefahren. So gegen 02.00 Uhr hatten wir dann den wohlverdienten Schlaf. Sie war natürlich „tired“. Jet leg usw.. Nach dem Flug von vielen Stunden über Lissabon und Sao Paulo ganz normal. Gestern haben wir uns dann noch andere Unterkünfte angeschaut. Und wir haben eine viel bessere gefunden. Doppelzimmer, wenige aber sehr nette Leute, Zimmer mit Fenster zur Straße raus (Das ist nicht normal. Manche haben gar kein Fenster oder nur zum Hinterhof raus.), Internet geht richtig gut, sehr sauber, inklusive gutes Frühstück, für 20 US Dollar pro Person und Nacht. Das ist o.K.. Wir haben uns bis zum 25., da soll ja laut Plan das Auto hier ankommen, einquartiert.



Alles in Montevideo.



Und im neuen Zimmer.
Es hat heute wieder 37 grad, puuuuh. Sibylle findet es gut. Habe dem Wirt Bilder vom Schnee in D gezeigt. Der kriegt sich gar nicht wieder ein.
So, aber jetzt wirklich,
bis denne,
Alex.